Morgan Stanley kauft Hotel Intercontinental

11. Oktober 2006, 15:22
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Die Wiener Nobel-Herberge geht im Paket mit anderen europäischen Intercont-Häusern um insgesamt 500 Millionen Euro an die US-Gesellschaft

Wien - Die amerikanische Investmentgesellschaft Morgan Stanley hat das Wiener Nobelhotel Intercontinental am Stadtpark von der internationalen Intercont-Gruppe abgekauft und es in einen neugegründeten Wiener Immobilienfonds eingebracht, berichtet das "WirtschaftsBlatt" (Freitagausgabe).

Beim Erwerb des Intercont, das 453 Betten und 60 Suiten hat, handle es sich um einen Paketkauf, bei dem Morgan Stanley um 634 Mio. US-Dollar (499 Mio. Euro) europaweit insgesamt sieben Intercont-Häuser erwirbt, hieß es im Bericht unter Bezug auf eine Intercont-Mitteilung. Neben Wien wurden auch die Häuser in Amsterdam (79 Betten), Budapest (398 Betten), Cannes (das berühmte Carlton mit 338 Betten), Rom (192 Betten), Frankfurt (770 Betten) und Madrid (307 Betten) übernommen.

Im Kaufvertrag sei vereinbart, dass die Hotelgruppe Intercont die Standorte aber weiterhin manage. Morgan Stanley habe sich verpflichtet, 60 Mio. Dollar in Umbauten sowie Werbeaktivitäten zu investieren.

Sonderrolle

Dem Wiener Traditionshaus sei eine Sonderrolle innerhalb der Immobilienaktivitäten von Morgan Stanley zugedacht worden, hieß es weiter. Das Interconti sei dementsprechend in die eigens gegründete MSREF (Morgan Stanley Real Estate Fund) Danube Erste Hotel-Holding GesmbH eingebracht worden, als Geschäftszweig sei laut Firmenbuch die Verwaltung von Beteiligungen angegeben. Morgan Stanley war bisher in Österreich vor allem als Investmentberater aktiv.

2004 hatte das Interconti - das älteste Hotel einer internationalen Kette in Wien - 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Äußerlich gleicht der Hochhausblock hinter dem Konzerthaus einem Plattenbau aus DDR-Tagen. Der leicht verwitterte Effekt wird jedoch nicht durch Schmutz erzielt, sondern rührt von den grau-durchwirkten Marmorplatten der Verschalung her. Im Juni nächtigte übrigens US-Präsident George Bush bei seinem ersten Wien-Besuch dort. (APA)

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