Patientin in Niederlanden auf Operationstisch verbrannt

3. Oktober 2006, 14:43
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69-Jährige hatte sich für leichten Eingriff am Rücken in Spital begeben - Nur örtliche Betäubung, aber festgeschnallt

Den Haag - Während einer Routineoperation ist in einem Krankenhaus der niederländischen Stadt Almelo eine 69 Jahre alte Frau auf dem Operationstisch bei lebendigem Leib verbrannt. Dies hat ein Sprecher des nahe der Grenze zu Deutschland gelegenen Krankenhauses Twenteborg am Freitag bestätigt.

Die Frau sei am Donnerstag für einen leichten Eingriff am Rücken örtlich betäubt und an dem Tisch festgeschnallt gewesen, als eine Stichflamme aus einer Anlage für Narkosegeräte unmittelbar neben der Patientin hervorschoss, berichtete der Verwaltungsdirektor des Krankenhauses. Zusätzlich ausgetretener Sauerstoff habe sehr schnell zum Entstehen großer Hitze und zur rasanten Ausbreitung des Feuers geführt.

Die sechs Anwesenden im Operationssaal hätten vergeblich versucht, die Frau zu befreien. Auch ein Versuch, die Flammen zu löschen, sei fehlgeschlagen. Die Feuerwehr habe schließlich den Brand gelöscht, der den Operationssaal schwer beschädigte. Die Patientin war nach Darstellung des Sprechers während des Brandes bei Bewusstsein.

Standardverfahren

Nach Angaben des Krankenhauses ist es Standardverfahren, Patienten während eines Eingriffs am Operationstisch festzuschnallen, um so unerwünschte Bewegungen auszuschließen. Die Fernbedienung für den Tisch, auf dem die Frau lag, sei für das OP-Personal während des Brandes unerreichbar geworden.

Die Angaben des Verwaltungsdirektors basieren auf ersten Rekonstruktionen. Die genauen Einzelheiten auch über die Entstehung der Flamme und das Verhalten des Personals werden seit dem Feuer vom Krankenhaus und der Polizei untersucht. Ergebnisse der Nachforschungen könnten allerdings noch Wochen auf sich warten lassen, hieß es im Krankenhaus.(APA/dpa)

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