Demonstranten forderten Freilassung "politischer Gefangener"

1. Oktober 2006, 21:09
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Polizei schickte Menge auf Kossuth-Platz zurück

Budapest - Demonstranten haben am Donnerstagabend in Budapest vor dem Pester Gericht in der Marko-Straße die Freilassung all jener Gefangenen gefordert, die wegen der vermeintlicher Teilnahme an den Budapester Straßenkämpfen der vergangenen Woche in U-Haft sitzen, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Donnerstag. Bei den Demonstranten handelt es sich um rund 200 Menschen, die auf Transparenten zugleich den Rücktritt des Premiers und der Regierung forderten. Laut Mitteilung der Polizei zog sich die Menge nach Aufforderung der Ordnungskräfte friedlich auf den Kossuth-Platz vor das Parlamentsgebäude zurück.

"Mit dieser Aktion wollten wir Solidarität mit den mehr als 130 Gefangenen ausdrücken, die wir als 'politische Gefangene' betrachten", erklärte Tamas Molnar, einer der Organisatoren der Demonstration. Der Sprecher des Landespolizeipräsidiums, Laszlo Garamvölgyi, erklärte im ungarischen Privatsender TV2, dass der in der Marko-Straße bereitstehende Wasserwerfer Farbstoffe enthält. Der rote Farbstoff im Wasser würde dem Ziel dienen, Teilnehmer an Ordnungswidrigkeiten später identifizieren zu können. Im Ausland würde dieser Farbstoff bereits angewandt, in Ungarn bisher noch nicht. (APA)

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