ORS und RTR wehren sich gegen Kritik

25. Oktober 2006, 21:23
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Wagenhofer: "Vorteile liegen auf der Hand" - Grinschgl: Vorwürfe sind "undifferenziert und falsch"

Gegen Kritik an der Einführung von digitalem Antennen-Fernsehen wehren sich nun die ORF-Sendetechniktochter ORS sowie die Rundfunkbehörde RTR, die maßgeblich in die Umstellung auf digitales terrestrisches Fernsehen (DVB-T) involviert sind. Die Vorteile von digitalem Antennen-Fernsehen lägen laut ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer auf der Hand: bessere Programmqualität, mobiler Empfang, mehr Information durch eine Weiterentwicklung des Teletextes und in der zweiten Ausbaustufe ab Mitte 2007 zusätzliche TV-Programme via Antenne.

Grundversorgung

"Terrestrisches Fernsehen bedeutet Grundversorgung", so Wagenhofer. Deutsche Privatsender, die über den Satelliten Astra empfangen werden, planten derzeit etwa eine Grundverschlüsselung. Bei DVB-T "wird es keine Grundverschlüsselung geben". Starttermin ist der 26. Oktober. Im ersten Schritte werden Wien, die Landeshauptstädte und deren Umfeld mit digitalen Signalen der ORF-Programme und von ATV versorgt. Rund 70 Prozent der Haushalte können DVB-T ab dem Start empfangen. Dann werden nach und nach alle weiteren Gebiete Österreichs umgestellt. Ende 2008 soll der Versorgungsgrad 90 Prozent betragen, mit dem Ende des Ausbaus 2010 werden 95 Prozent der Haushalte DVB-T-Empfang haben, was der derzeitigen analogen Abdeckung entspricht.

Frequenzen werden abgeschaltet

Bereits Mitte nächsten Jahres werden die derzeit genutzten analogen Frequenzen weitgehend abgeschaltet. Von der Umstellung betroffen sind rund 300.000 Haushalte, die nur die beiden ORF-Programme sowie ATV via Hausantenne empfangen sowie etwa eine Million Haushalte, die analoge Satellitenschüsseln nutzen und ORF und ATV ebenfalls über Antenne beziehen. Fernseh-Zuseher aus diesem Kreis müssen deshalb in den nächsten Monaten Settop-Boxen oder TV-Geräte mit integriertem Receiver für den digitalen Antennen-Empfang anschaffen oder gleich auf Kabel oder digitale Satelliten-Schüsseln und -Boxen umsteigen.

30 bis 150 Euro

Die Kosten für die Endgeräte betragen zwischen 30 und 150 Euro. Bis Ende 2008 sollten nach diversen Schätzungen rund eine Million Endgeräte über die Ladentische des Elektrohandels gehen. Die Gesamtkosten, die den heimischen Kunden durch die Neuanschaffungen entstehen, dürften um die 100 Millionen Euro betragen.

Förderung für "Frühumsteiger"

Die RTR fördert den Kauf von MulitText-fähigen Endgeräten mit 40 Euro. Zum Zug kommen dabei "Frühumsteiger" und von der Rundfunkgebühr befreite Kunden. Dass DVB-T eine mit öffentlichen Geldern subventionierte Plattform sei, die den Konsumenten wenig bringe, bezeichnete RTR-Leiter Alfred Grinschgl als "undifferenziert und falsch". Die Digitalisierung sei die "einzige Möglichkeit diese derzeit kostenlose, jedermann, zur Verfügung stehende Empfangsart für österreichische Fernsehprogramme auch in der Zukunft noch zu erhalten", so Grinschgl. Im Übrigen würde nicht die Plattform als solche gefördert, sonden vielmehr die Konsumenten, die von der Umstellung betroffen sind. Die Förderung stehe außerdem Kunden aller Plattformbetreiber zur Verfügung. "Mit den Kabelnetzbetreibern haben wir bereits eine Vereinbarung getroffen. Auch mit Satellitenbetreibern sowie IP-TV-Anbietern gab es und gibt es Kontakte in Sachen Endgeräteförderung." (APA)

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