Die Verschwörung

1. Oktober 2006, 21:35
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Sogar Wiens Plakatierer haben sich gegen W. verschworen

Es war vorgestern. Da habe ich das Foto zum ersten Mal bekommen. Und natürlich weiter geschickt. Seither schreibe ich an Freunde, Bekannte, Kollegen und Menschen, die ich gar nicht kenne, die aber – in netter Kettenbriefmanier – bei einem „älteren“ Abesnder anklopfen, alle Viertelstunden ein- und dieselbe Antwort: Nein, ich weiß nicht, wo genau diese Plakatkombi hängt. Und: Nein, ich habe keine Ahnung, wer dieses Bild hochauflösend hat oder das Copyright darauf besitzt. Und: Ja, verlasse mich darauf, dass es dem- oder derjenige, die es ins Netz gestellt hat, eher um die Botschaft denn um Ruhm und Geld ging.

Dennoch: Ich zweifelte insgeheim. Weil ich – wie einige Kollegen - Anfangs dachte, dass das Bild manipuliert (für „getürkt“ gibt es hier nämlich gleich die doppelte Dosis Haue aus der Hyper-PC-Ecke) sei. Oder ein Einzelfall. Zufall eben.

Varianten

Aber dann kamen zu dem ersten Bild andere dazu. Handypics von Menschen, die just diese Kombination an anderen Orten ebenfalls entdeckt haben wollen. Oder Varianten (drüber/drunter oder links/rechts) der Film-neben-BZÖ-Plakat-Anordnung ebenfalls zugeschickt bekommen hatten. Ich zweifelte immer noch: Auch das konnten ja Fälschungen. Sein.

Gesternabend aber bekam ich dann den Beweis vor Augen: Am Praterstern, gegenüber der Tankstelle, feixte Herr W. beim Vorbeifahren ins Taxi, das Filmorakel neben sich. (Leider war mein Griff zur Kamera zu langsam und zum Taxiwendenlassen war ich zu träge.) Jetzt weiß ich: W. hat recht. Er und seine Partei sind Opfer einer groß angelegten, geradezu globalen Verschwörung. Von langer Hand vorbereitet. Langfristig geplant. Nicht nur die Linken. Nicht nur die Gutmenschen. Nicht nur die üblichen Kreise, die anderen Parteien, eigene Ministerinnen, die Medien und die Richter – nein, bis hinunter zum kleinen Plakatierer, der mit Kleister und Bürste durch die Straßen zieht, reicht das Netz: alle, alle, alle sind Verräter. Schufte. Gauner. Ehrlose Hunde.

Beinahe hätte mir W. gestern Abend ein bisserl leid getan. Aber wirklich nur beinahe.

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