EU-Parlament fordert mehr humanitäre Hilfe für Menschen in Darfur

11. Oktober 2006, 20:43
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UNO soll Druck auf Sudan zur Stationierung von Truppe ausüben

Straßburg - Das Europaparlament hat angesichts der verheerenden Lage im sudanesischen Krisengebiet Darfur eine "erhebliche" Aufstockung der internationalen humanitären Hilfe gefordert. In der Region seien fast drei Millionen Menschen vollkommen von der Hilfe der internationalen Gemeinschaft abhängig, mahnte die EU-Volksvertretung am Donnerstag in einer Entschließung.

Zugleich forderte das Europaparlament den UN-Sicherheitsrat auf, mehr Druck auf die Regierung des Sudan auszuüben, damit diese die bereits beschlossene Stationierung einer UN-Truppe in Darfur zulasse. China und Russland sollten ihren Einfluss nutzen, um dabei eine positive Rolle zu spielen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende August den Einsatz einer Blauhelmtruppe von 17.000 Soldaten und 3000 Polizisten in Darfur beschlossen, um die bisher wenig erfolgreiche Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) abzulösen. Der sudanesische Präsident Omar el Beschir weigert sich jedoch, die UN-Truppe einreisen zu lassen.

In Darfur hatte im Februar 2003 ein Aufstand gegen die Regierung begonnen, in dessen Verlauf Schätzungen zufolge bis zu 300.000 Menschen starben und 2,5 Millionen in die Flucht getrieben wurden. Die Rebellengruppen kämpfen gegen Milizen, die von der Regierung unterstützt werden. (APA)

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