"Russia fly by" im Hangar-7

5. Oktober 2006, 20:53
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Red Bull präsentiert sieben russische Künstler mit figurativer Malerei

Salzburg - Die martialischen Flug- und Renngeräte von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz dominieren die avantgardistische Halle des Hangar-7 nach wie vor, aber auch der zeitgenössischen Kunst von HangArt 7 bleibt Luft zum Atmen. Nach den auf Länder fokussierten Ausstellungen mit Kunst aus Österreich, China, Spanien und New York wird heute, Donnerstag, Abend die Gruppenausstellung "Russia fly by" von sieben Künstlern aus Russland eröffnet.

Das Konzept ist wie gehabt: Kuratorin Lioba Redekker hat für HangArt 7 ihrerseits drei renommierte Kuratoren aus Moskau, St. Petersburg und Novosibirsk beauftragt, interessante künstlerische Positionen ihres Landes auszusuchen und nach Salzburg zu holen. Inhaltlich vorgegeben war für die Künstler nichts, außer, dass ihre Arbeiten figurativ sein sollten, "weil wir keine Lust haben, unserem Publikum schon beim Eingang zu erklären, dass es sich hierbei um Kunst handelt und nicht um irgendwelche abstrakten Gegenstände der technischen Einrichtung", wie Redekker im APA-Gespräch erläuterte. "Außerdem ist der Raum mit seinen so konkreten Flugzeugen und dem für Kunstgegenstände schwierigen Klima etwa für komplizierte Installationen wenig geeignet."

Die "Russia fly by"-Künstler Marina Alexeeva, Sergey Denisov, Vitaly Pushnitskiy, Dmitry Shorin, Sergey Bespamyatnykh, Diana Machulina und Alexander Pogorzhelskiy zeigen großformatige Acryl-Arbeiten auf Leinwand, von denen Red Bull je einen Ankauf garantiert: "Wir sind im Laufe dieser Serie aber dazu übergegangen, die Bilder der eingeladenen Künstler direkt zum Verkauf anzubieten, weil die Leute sie kaufen wollten. Zunehmend sind unsere Ausstellungen so gut wie ausverkauft. Die Künstler kriegen zwar keine Gage, aber sie machen bei uns ein immer besseres Geschäft", so die HangArt-7-Kuratorin.

Existenzminimum

Das brauchen sie auch, denn gerade die russischen Künstler haben weder eigene Galeristen, noch eigene Ateliers oder staatliche Unterstützung. "Wer in Russland Künstler wird, der braucht eine besondere Portion Mut und Wahnsinn. Viele leben am Existenzminimum, und das macht diese Arbeiten so existenzialistisch und kraftvoll", sagte Redekker. Nationale Eigenheiten in der Kunst aus Russland gibt es - von der Armut abgesehen - aber kaum noch, stilistisch ist die Kunst im Wesentlichen globalisiert. "Das ist vielleicht die zentrale Erkenntnis dieser Länder-Reihe von HangArt 7, nämlich, dass der Nationalismus in der Kunst nicht mehr wirklich existiert." (APA)

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