Erste EU-weite Job-Messe soll berufliche Mobilität ankurbeln

12. Oktober 2006, 17:54
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450 Veranstaltungen in rund 300 europäischen Städten - Spidla zu Rumänien und Bulgarien: Erwarte keine großen Migrationsbewegungen

Brüssel - Die EU-Kommission versucht derzeit, die berufliche Mobilität in der EU anzukurbeln. Im Rahmen des für 2006 ausgerufenen "Jahres der Mobilität" wird am 29. und 30. September die erste europaweite Jobmesse mit 450 Veranstaltungen in rund 300 europäischen Städten, darunter auch Wien, Eisenstadt und Reutte, stattfinden. Sozialkommissar Vladimir Spidla kündigte am Donnerstag in Brüssel zudem an, ab kommenden Jahr werde es regelmäßig im Herbst einen "Tag der Beschäftigung" geben.

Spidla erinnerte daran, dass "trotz 17 Millionen Arbeitslosen in Europa zwei Millionen Arbeitsplätze nicht besetzt werden können". Grund dafür seien die nach wie vor bestehenden Hürden wie die unterschiedlichen Sozial-Systeme, Schwierigkeiten mit Sprachen aber auch Probleme bei der gegenseitigen Anerkennung von Diplomen.

Immerhin habe eine Umfrage ergeben, dass 60 Prozent der Arbeitnehmer Interesse an beruflichen Erfahrungen im Ausland haben. Nicht zuletzt deshalb habe die EU-Kommission ihre EU-weite Jobbörse EURES eingerichtet, auf der rund 1 Million Jobs in 20 Sprachen angeboten werden.

Gleichbleibende Mobilität

Derzeit leben nur 2 Prozent der EU-Bürger in einem anderen als ihrem Heimatland. Die Zahl ist seit 30 Jahren nahezu unverändert.

Entsprechend übertrieben sind nach Ansicht Spidlas auch die Ängste vor einem Massenansturm an Arbeitskräften aus Bulgarien und vor allem Rumänien, die mit 1. Jänner 2007 der EU beitreten. "Ich erwarte keine großen Migrationsbewegungen", so der Kommissar.

Schon jetzt arbeiteten tausende Rumänen in Spanien, Italien und Griechenland, die aber am Arbeitsmarkt nur einen minimalen Anteil ausmachten. Die bisherigen Migrationsströme zeigten auch, dass es in Großbritannien und Irland zu keiner Beeinträchtigung der Arbeitsmärkte kommen werde, sagte Spidla. In beiden Ländern läuft derzeit eine Diskussion über die Einführung von - in den Verträgen vorgesehenen - Übergangsfristen für Arbeitskräfte aus Rumänien und Bulgarien. Nach der großen EU-Erweiterung 2004 haben nur Großbritannien, Irland und Schweden ihre Arbeitsmärkte voll geöffnet. (APA)

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