Siemens lotst Flugzeuge mit "in der Luft hängenden Nachrichten"

5. Oktober 2006, 13:50
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GPS-Ortung am Flugfeld: Piloten bekommen Nachrichten am Boden punktgenau

Siemens Business Services hat mit "Digital Graffiti" eine neue Lösung zur Flugzeugnavigation am Boden vorgestellt. "Das System bietet die Möglichkeit, Mobilfunknachrichten quasi in die Luft zu hängen und den Empfang dem definierten Empfänger nur an einem bestimmten Ort zu ermöglichen", erläutert Siemens-Sprecher Jörn Roggenbuck im Gespräch mit pressetext. Auf den Flughafen umgelegt bedeutet dies, dass der Pilot zur Navigation am Rollfeld an definierten Koordinaten eine Nachricht erhält, in der ihm der zugeteilte Weg mitgeteilt wird.

Anflug

Beim Landeanflug auf den Flughafen oder auf dem Rollfeld bekommt die Maschine den laufend aktualisierten Plan des Flughafens. Er beinhaltet die vorgesehene Parkposition und den entsprechend gekennzeichneten Rollweg inklusive aller Baustellen und Sperrungen. "Auf einem Display im Cockpit wird eine Karte des Rollfeldes dargestellt und der vorgesehene Weg angezeigt. Verpasst ein Pilot beispielsweise die erste Ausfahrt, weil er zu schnell ist, so bekommt er am nächsten definierten Ort eine Alternativroute zugewiesen", so Roggenbuck. Das System ist auch in der Gegenrichtung, also von der Abstellposition zur Startbahn, behilflich.

Genau

Um die vorgesehene Parkposition zu finden, ist die Crew derzeit auf Schilder, Bodenbefeuerung, Papierlagepläne, Radar oder Anweisungen des Towers angewiesen. Radar könne die eigene Position aber öftern nur mit großen Aufwand metergenau bestimmen, der Funk sei oft überlastet, Nacht und Nebel, unübersichtliche Verkehrsführung oder die schiere Größe eines Flughafens können die Orientierung erschweren, schildert Siemens in einer Aussendung die Herausforderungen für Piloten und Bodenpersonal.

Das Siemens-System sei in einigen Fällen deutlich genauer als herkömmliches Bodenradar, denn der GPS-Empfänger aus dem Flugzeug meldet jede Sekunde seine Position an den Tower des Flughafens. Von dort wird die aktuelle Position der Maschine bis auf wenige Meter genau verfolgt. Die Lösung trägt dazu bei, dass Maschinen und Passagiere schneller ans Gate kommen. Als weiteres Argument führt Siemens den Kostenfaktor an. Flughäfen und Flugsicherung könnten nach Umstellung auf die neue Lösung langfristig auf teure Ausrüstung wie Bodenradar, Sensoren und entsprechende Empfangsanlagen verzichten.(pte)

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