Mußestunden

28. Juni 2000, 11:34

Die ÖsterreicherInnen verbringen ihre Freizeit am liebsten vor dem Fernseher

Linz - Wo verbringen die ÖsterreicherInnen ihre Freizeit am liebsten? Vor dem Fernseher! Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass es einen verstärkten Trend zu jenen Aktivitäten in den Mußestunden gibt, bei denen man das Haus nicht verlassen und für die man kein zusätzliches Geld ausgeben muss. Das geht aus einer Studie hervor, die das Ludwig Boltzmann-Institut für angewandte Freizeitwissenschaft gemeinsam mit dem Linzer Meinungsforschungsinstitut "spectra" durchführte und die am Mittwoch von den Casinos Austria in Linz präsentiert wurde.

In Familie

Befragt wurden 1.000 Österreicherinnen und Österreicher über 15 Jahre. Vorerst ging es darum, was man in der Freizeit am liebsten macht, Mehrfachnennungen waren möglich. 85 Prozent nannten das Fernsehen, weitere 71 Prozent lesen Zeitungen und Illustrierte, 70 Prozent hören Radio. Mit 63 Prozent folgt das Telefonieren im deutlich oberen Bereich der Lieblingsbeschäftigungen. Jeder Zweite der Befragten sagte, am liebsten macht er in der Freizeit in Familie.

Ausschlafen und Faulenzen

"Ausschlafen" sowie in ein Lokal zu gehen und das "Faulenzen" sind für 40 bis 45 Prozent der Bevölkerung die bevorzugten "Aktivitäten" in der Freizeit. Für etwa ein Drittel der Bevölkerung gehören Spaziergänge und Wanderungen zum fixen Programm, ebenso wie sportliche Betätigung.

"Sport" oder "no sports"

31 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher erklärten, dass sie regelmäßig Sport betreiben, weitere 28 sind "gelegentlich" sportlich aktiv, für 41 Prozent gilt "no sports". Erwartungsgemäß finden sich die meisten Freizeit-Sportler bei den Unter-30-Jährigen, von denen bei den Männern jeder Zweite in dieser Hinsicht aktiv ist, bei den Frauen sind es in dieser Altergruppe 35 Prozent. Und noch einen Zusammenhang zeigt diese Studie: Je höher Bildungsgrad und berufliche Position sind, desto eher wird aus gesportelt.

Die Studie ging detaillierter auch auf das "Laufen" als Freizeitvergnügen ein. Derzeit "joggen" 13 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher regelmäßig, das entspricht rund 860.000 Leuten. Weitere zwölf Prozent laufen gelegentlich. 1993 joggten nur vier Prozent regelmäßig und 25 Prozent manchmal. "Regelmäßig" bedeutet im Schnitt ein- bis dreimal pro Woche. Wer drei Mal "joggt", legt dabei insgesamt in 2,5 Stunden 20 Kilometer zurück. Der Anteil der regelmäßig "laufenden" Männer ist mit 16 Prozent höher als jener der Frauen mit elf Prozent. Altersmäßig "rennen" die jüngeren Semester in überdurchschnittlichem Maß, nämlich um die 20 Prozent, ab dem 50. Lebensjahr sinkt der Anteil der regelmäßigen Jogger aber deutlich - auf nur mehr acht Prozent.

Auffallend ist, dass die regelmäßigen LäuferInnen aber durchaus nicht nur "einseitig" Bewegung machen, im Gegenteil, durchschnittlich übt jeder von ihnen noch vier weitere Sportarten aus, vor allem Radfahren, Schwimmen und Skifahren sowie Fitness- und Konditionstraining. (APA/pd)

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