Bayerns CSU-Fraktionschef hält Idomeneo-Inszenierung für fragwürdig

2. Oktober 2006, 15:32
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Herrmann ruft zu mehr Respekt vor religiösen Gefühlen auf

München - Bayerns CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann hat die Inszenierung der in Berlin aus Angst vor Islamisten abgesetzten Mozart-Oper "Idomeneo" kritisiert und mehr Respekt vor religiösen Gefühlen gefordert. Zwar sei es sicher ein Fehler, eine Oper aus Angst vor islamischer Gewalt abzusetzen, "besser wäre es aber gewesen, die Berliner Neuenfels-Inszenierung schon früher zu hinterfragen", teilte Herrmann am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Mit abgeschlagenen Häuptern von Christus, Buddha und Mohammed zu provozieren, möge zwar zur Kunstfreiheit gehören, so Herrmann weiter, "es ist aber trotzdem zugleich Verhöhnung und psychische Gewalt gegenüber vielen Gläubigen". Der CSU-Politiker plädierte dafür, den Widerstand gegen islamische Gewalt wieder mit mehr Respekt vor den religiösen Gefühlen aller Mitmenschen zu verbinden.

Die Intendantin der Deutschen Oper Berlin, Kirsten Harms, hatte die aus dem Jahr 2003 stammende Inszenierung des Regisseurs Hans Neuenfels, in der König Idomeneo die abgeschlagenen Köpfe von Jesus, Buddha, Poseidon und Mohammed präsentiert, aus Furcht vor islamistischen Anfeindungen abgesetzt. Sie hatte zuvor Warnungen der Sicherheitsbehörden erhalten (APA)

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