Eisiges Geheimnis der Blitze gelöst

9. Oktober 2006, 13:06
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US-Forscher untersuchten, warum die Blitzaktivität über dem Festland deutlich höher ist als über Ozeanen

Huntsville/Alabama - Erst kürzlich haben Untersuchungen gezeigt, dass die Blitzaktivität über dem Festland zehn Mal höher ist als über den Ozeanen. Auf der Suche nach einer Antwort für diesen Umstand hat das Forscherteam um Walt Petersen von der University of Alabama Millionen Wolken untersucht und die Ergebnisse im Magazin "New Scientist" veröffentlicht.

Die Experten nehmen an, dass Blitze das Resultat eines Ladungstransfers zwischen Eiskristallen in Wolken sind. Eine Auswertung von Daten des NASA-Satelliten TRIMM (=Tropical Rainfall Measuring Mission), welcher sowohl die Blitze als auch die Menge der Eiskristalle in den Wolken aufzeichnet, ergab, dass Wolken mit der annähernd selben Menge an Eiskristallen auch ähnlich große Blitzaktivitäten aufwiesen. Dabei spielte es keine Rolle, ob sich die Wolken über Land oder über Wasser befanden.

Erklärung

"Wir haben uns erwartet, dass wir große Unterschiede feststellen werden. Darum hat uns das Ergebnis sehr erstaunt", so Petersen. Demnach ist die Erklärung zur Blitzaktivität einfach: Die Wolken über Kontinenten enthalten wesentlich mehr Eiskristalle als jene über dem offenen Meer.

Zudem konnte das Forscherteam feststellen, dass die Anzahl der Eiskristalle deutliche Rückschlüsse auf die Regenmenge zuließ. Das heißt: je mehr Eis, desto mehr Niederschlag. "Derzeit sagen wir das Wetter vorher, ohne jedoch genau zu wissen, was in den Wolken selbst passiert", kritisiert der Forscher. "Nun kann man unter einer Regenwolke stehen, die Blitze zählen und vorhersagen, wie groß die Niederschlagsmenge sein wird." (pte/red)

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