Hintergrund: Isaf-Einsatz

4. Oktober 2006, 15:31
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Portoroz - Die von der Nato geführte Internationale Sicherheitstruppe in Afghanistan (Isaf) will ihren Einsatz auf das ganze Land ausweiten. Damit kommen im Osten des Landes rund 12.000 zusätzliche, zumeist amerikanische Soldaten unter das Kommando der Allianz, die in den vergangenen Wochen bei Kämpfen mit Taliban-Rebellen im Süden in Bedrängnis geriet. Ein Termin für die Ausweitung steht noch nicht fest. Dies könnte nach Einschätzung aus Nato-Kreisen jedoch bereits in kommenden zwei Wochen geschehen. Mandat

Die von den Vereinten Nationen beauftragte Isaf soll die afghanische Regierung beim Wiederaufbau des Landes und der Einführung rechtsstaatlicher Verhältnisse unterstützen. Sie patrouilliert im Land, leitet Wiederaufbauprojekte, bildet Armee sowie Polizei aus und betreibt den internationalen Flughafen von Kabul. Die Nato-Truppe hat sich zuletzt auch Gefechte mit Taliban-Kämpfern geliefert. Parallel dazu setzen US-geführte Truppen ihren "Operation Enduring Freedom" genannten Einsatz gegen Taliban und El Kaida-Kämpfer fort.

Struktur

Die Isaf ist bereits in Kabul sowie im Norden, Westen und Süden Afghanistans eingesetzt. Nach der Ausweitung auf den Osten werden ihr mehr 30.000 Soldaten aus 37 Nationen angehören. Darunter sind auch Nicht-Nato-Länder wie Albanien oder Neuseeland.

Die rund 12.000 Soldaten im OSTEN sollen auch die Kontingente in den bisherigen Isaf-Gebieten ergänzen.

Zum Gebiet der Hauptstadt KABUL gehören 6500 Isaf-Soldaten, auch befindet sich dort das Hauptkommando der Truppe.

Im Norden führt die Bundeswehr das Kommando über die insgesamt 2500 zumeist deutschen Soldaten. In dem Gebiet befinden sich fünf Wiederaufbauteams. Im WESTEN führt Italien 1650 Isaf-Soldaten, die vier Wiederaufbauteams unterstützen.

Im Süden führt Kanada von Kandahar aus das Kommando über rund 9500 Soldaten, die sich dort in den vergangenen Wochen teils heftige Kämpfe mit radikal-islamischen Taliban geliefert haben.

Zwei militärische Operationen

Afghanistan sind derzeit mehr als 40.000 ausländische Soldaten stationiert, so viele wie nie seit dem Sturz der Taliban vor knapp fünf Jahren. Zwei militärische Operationen laufen parallel zueinander: Die NATO-geführte internationale Schutztruppe (ISAF) soll die afghanische Regierung und den Wiederaufbau unterstützen sowie Stabilität und Sicherheit vermitteln. Die US-geführten Koalitionstruppen bekämpfen im Rahmen der Operation "Enduring Freedom" Anhänger des Terrornetzes Al-Kaida (al-Kaida) und der Taliban.

Die ISAF verfügt derzeit über etwas mehr als 20.000 Soldaten, die von 37 Nationen gestellt werden. Die größten Truppensteller sind - abgesehen von den USA - Großbritannien (5000 Soldaten), Deutschland (2750), die Niederlande (2000), Kanada (2000) und Italien (1600). Unter den ebenfalls über 20.000 Soldaten der US-geführten Koalition stellen die rund 18.500 Amerikaner mit weitem Abstand die Mehrheit. Mehrere Alliierte beteiligen sich mit kleineren Kontingenten und insgesamt etwa 1700 Soldaten an "Enduring Freedom" in Afghanistan.

Seit August 2003 von der NATO geführt

Die ISAF wird seit August 2003 von der NATO geführt. Im folgenden Jahr war die Ausdehnung der Schutztruppe, die zuvor nur in Kabul und Umgebung eingesetzt war, in den Norden des Landes abgeschlossen. In Kabul und im verhältnismäßig ruhigen Norden ist die Bundeswehr eingesetzt. Im vergangenen Jahr folgte der Westen, Ende Juli diesen Jahres übernahm die ISAF das Kommando für den unruhigen Süden von den US-geführten Koalitionstruppen. "So rasch wir praktisch möglich" soll die ISAF nun auch das Kommando für den ebenfalls instabilen Osten übernehmen. Die Schutztruppe ist dann im ganzen Land präsent.

Rund 13.000 Soldaten der US-geführten Koalition sollen im Osten unter ISAF-Kommando gestellt werden. Die verbliebenen Koalitionstruppen sollen weiter unter US-Befehl für "Enduring Freedom" eingesetzt werden. Unter dem Oberkommando über die ISAF, das der britische NATO-General David Richards in Kabul innehat, gibt es derzeit vier Regionalkommandos: Für den Norden hat das Regionalkommando die deutsche Bundeswehr, im Westen hat es Italien, im Süden Kanada, für die Hauptstadt Kabul Frankreich.

Fast 500 ausländische Soldaten gestorben

Im Rahmen des Afghanistan-Einsatzes starben seit Ende 2001 fast 500 ausländische Soldaten, davon alleine 159 in diesem Jahr. Die USA hatten mit 339 Toten die meisten Opfer zu beklagen. Es folgen Großbritannien (40 Tote) und Kanada (36 Tote), beide Länder haben im Süden erhebliche Verluste zu verkraften. Der Afghanistan-Einsatz kostete auch 18 deutsche Soldaten das Leben. Zwölf davon kamen bei Unglücken und Unfällen ums Leben, sechs starben eines gewaltsamen Todes. (Reuters/APA/dpa)

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