Admira Wacker Mödling zahlungsfähig

11. Oktober 2006, 14:37
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Konkurs nicht eröffnet - Südstädter wollen Sanierungsjahr "durchziehen" - Klub will Regressforderungen stellen

Maria Enzersdorf - Die sechs Konkursverfahren gegen den Fußball-Erstligisten Admira Wacker Mödling sind mangels Konkursvoraussetzungen vom Landesgericht Wiener Neustadt eingestellt worden. "Ich habe den Bescheid vor mir liegen. Nun fällt uns vieles leichter", sagte General-Manager Hubert Baumgartner im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Das Papier bescheinigt den Südstädtern nach langer Zeit der Ungewissheit die Zahlungsfähigkeit.

"Wir sind unseren Verbindlichkeiten nachgekommen, haben sie beglichen", so Baumgartner weiter. Der iranische Geschäftsmann und Präsident Majid Pishyar dürfte wie schon einige Male zuvor in seine Brieftasche gegriffen, und den Verein zum dritten Mal gerettet haben. "Dem Mann sollte endlich das zukommen, was er verdient. Er ist derjenige, der den Verein gerettet hat", stellt Baumgartner fest.

"Wir überlegen uns auch Regressforderungen"

Begonnen hat laut Baumgartner die gesamte Misere mit der aus seiner Sicht ungerechtfertigten Lizenzverweigerung durch die Fußball-Bundesliga. "Ungerechtfertigte Spieleraustritte, Sponsoren die abgesprungen sind, all das hat uns erst in diese Situation gebracht", fühlt sich Baumgartner im Nachhinein ungerecht behandelt. "Wir überlegen uns auch Regressforderungen zu stellen. Für die Zeit, in der wir die Lizenz nicht gehabt haben, in der uns viele Sponsoren abhanden gekommen sind. Das wurde alles schon den Spezialisten übergeben", so der Manager selbstbewusst.

Nun sollten auch wieder die Förderungen des Landes Niederösterreich frei werden, die in der Zeit des Konkursantrages eingefroren waren. "Wir bemühen uns, die wirtschaftliche Situation ins Lot zu bringen, sind bemüht, dass andere nicht zu Schaden kommen. Und die Abwendung des Antrages war ein erster Schritt dazu", erklärte Baumgartner, der bis Dezember "alles geschafft haben will".

Anzeige gegen Rapid und Kapfenberg

In Sachen Spieleraustritte hat die Admira gegen Rapid und Kapfenberg bei der Bundesliga Anzeige erstattet. Aus Sicht der Südstädter sind Christian Thonhofer und Erwin Hoffer (beide Rapid), sowie Patrick Osoinik (Kapfenberg) ungerechtfertigt aus ihren Verträgen ausgetreten. Die Südstädter haben noch keinen Cent an Ausbildungsentschädigung gesehen.

"Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, dann müssen wir Recht bekommen. Ansonsten würde das ja die gesamte Akademiearbeit, in die wir jährlich 450.000 bis 600.000 Euro stecken, in Frage stellen", so Baumgartner, der abschließend meint: "Da sind auch der ÖFB und die Bundesliga gefragt. Sonst sehe ich schwarz." (APA)

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