"Die Straße nach Guantánamo beginnt buchstäblich in Pakistan"

13. Oktober 2006, 16:17
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Amnesty wirft Pakistan Missachtung der Menschenrechte vor - Mehrere hundert Menschen verschwunden

London - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) wirft Pakistan vor, im Kampf gegen den Terrorismus "systematisch" gegen die Menschenrechte zu verstoßen. In Pakistan sei das Verschleppen von Verdächtigen, die dann an geheim gehaltene Orte gebracht werden, weit verbreitet, heißt es in einem am Freitag in London veröffentlichten Bericht. Mehrere hundert Menschen seien auf diese Weise verschwunden. Offiziell würden solche Praktiken dementiert.

Amnesty warf den pakistanischen Behörden vor, bereits "Hunderte" mutmaßliche Terroristen ins Lager Guantánamo auf Kuba, den Stützpunkt Bagram in Afghanistan oder andere US-Einrichtungen gebracht zu haben. "Die Straße nach Guantánamo beginnt buchstäblich in Pakistan", sagte der Amnesty-Experte Claudio Cordone. Dabei stütze sich der Verdacht häufig auf ungeprüfte Beschuldigungen. Für die Festnahmen würden dann dann Summen von bis zu 5000 Dollar (umgerechnet rund 3900 Euro) bezahlt. (APA/dpa)

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