UNO: Taliban weiter eng mit Al-Kaida verbunden

6. Oktober 2006, 21:23
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Bericht zur Lage in Afghanistan und dem Irak vorgelegt

New York - Die Taliban in Afghanistan profitieren laut einem UN-Bericht weiterhin von engen Beziehungen zu Al-Kaida (al-Qaeda) und anderen ausländischen Terrorgruppen. Darauf deute beispielsweise die Tatsache hin, dass neue Sprengsätze innerhalb eines Monats nach ihrem ersten Einsatz im Irak auch in Afghanistan auftauchten, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Sicherheitsratsausschusses, der die UN-Sanktionen gegen Al-Kaida und die Taliban überwacht. Die Studie bezieht sich auf Aktivitäten in den vergangenen sechs Monaten.

Die Taliban kämpften zwar offenbar nicht außerhalb Afghanistans und Pakistans, es gebe aber Berichte, dass sie im Irak und in Somalia ausgebildet würden. Al-Kaida dagegen agiere sowohl im Irak als auch an anderen Orten. Zahlreiche Anschläge an verschiedenen Orten hätten Ziele der Al-Kaida verfolgt, selbst wenn sie von Einzelpersonen oder Gruppen verübt worden seien, die nicht in Verbindung zu dem Terrornetzwerk stünden. "Die Gewalt in Afghanistan ist beträchtlich gestiegen, und im Irak hat sie nicht nachgelassen, wobei der Beitrag von Al-Kaida weiter in keinem Verhältnis zu ihrer Größe steht", schreiben die Autoren des 51-seitigen Berichts.

Frühere Fortschritte untergraben

Den Taliban sei es gelungen, mit der Ermordung ihnen nicht angehörender Imame, Lehrer und moderater Stammesführer frühere Fortschritte zu untergraben. Die ideologische Unterstützung für die Taliban möge zwar gering sein, doch hätten eine hohe Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Analphabetismus und ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit Bauern sowohl für Versprechungen als auch für Einschüchterungsversuche der Taliban empfänglich gemacht.

Mit Blick auf den Irak schrieben die UN-Experten, während das Land auf einen Bürgerkrieg zusteuere, werde Al-Kaida paradoxerweise möglicherweise an Bedeutung verlieren. Bisher sei das Terrornetzwerk dadurch gestärkt worden, dass es eine zentrale Rolle bei den Kämpfen und dem Schüren von sektiererischer Gewalt gespielt habe. Außerdem habe es im Irak großen Zulauf und hervorragende Trainingsbedingungen erhalten. Doch könne diese prominente Rolle schwinden, wenn die Gewalt zunehme und die Trennlinien zwischen sektiererischen Anschlägen auf Märkte und Gotteshäuser, Entführungen mit kriminellem Hintergrund und Schutzgelderpressungen auf der einen Seite und dem Kampf gegen irakische und ausländische Truppen auf der anderen Seite verschwömmen. (APA/AP)

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