65 Milliarden Downloads bei YouTube und Co. bis 2010

Online-Werber nutzen wachsendes Potenzial von UGC-Portalen

Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens In-Stat erfreuen sich User-Generated Content-Webseiten (UGC) auch in Zukunft immer größerer Beliebtheit. Bis 2010 werden die Downloads von selbst erstellten Internet-Inhalten auf Seiten wie YouTube und MySpace die 65 Mrd.-Grenze überschreiten. Die Größe der Downloads soll innerhalb der nächsten vier Jahre auf 1,1 Exabyte ansteigen, das Upload-Volumen klettert auf über 9,1 Petabyte, so die Einschätzung der In-Stat-Analysten. Die rasante Entwicklung dieses Marktes zieht auch die Werbewirtschaft an. Demnach steigen die Umsätze aus Bannerwerbung und anderen geschalteten Online-Anzeigen auf UGC-Portalen bis 2010 auf mehr als 850 Mio. Dollar.

Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft

"Das bestehende Werbe-Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Wichtig ist jedoch, dass nicht nur billige Banner-Werbung geschalten, sondern kontextsensitive Werbung angezeigt wird", meint Torsten Schwarz, Fachbereichsleiter für Online-Marketing beim Verband für deutsche Internetwirtschaft eco , im Gespräch mit pressetext. Die entsprechende Technologie werde zwar derzeit noch entwickelt, innerhalb der nächsten Jahre könne man aber mit deutlichen Fortschritten rechnen. In einer früheren Studie stellte In-Stat bereits fest, dass UGC-Portalbetreiber wie AOL, Google oder Yahoo trotz der frühen Entwicklungsphase innerhalb der kommenden Jahre mit einem starken Anstieg der Werbeeinnahmen rechnen dürfen.

Demokratisierung der Medien

"Die Demokratisierung der Medien hilft den Usern ihre Meinung auszudrücken, den Inhalt zu beurteilen und ihre favorisierten Videos zu wählen", erläutert In-Stat-Analyst Michael Inouye einen der wichtigsten Faktoren für den Erfolg der UGC-Webseiten. Auch Schwarz führt den stetigen Anstieg der angebotenen Inhalte und Webseiten unter anderem auf die Abstimmungsmöglichkeiten zurück. "Wie im Buchhandel gibt es auch hier das Bestseller-Phänomen. Durch das Voting der User werden die interessanten Inhalte nach oben gereiht. Ohne die Möglichkeit selbst Kommentare zu den Inhalten abzugeben wären diese Seiten vermutlich uninteressant." Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die Identifikation der User mit den Inhalten oder den Produzenten der Videos. "Menschen wie du und ich", meint Schwarz. Deshalb wären selbst Videos, die per Mobiltelefon aufgenommen wurden und einfache Inhalte wie einen Hund zeigen, trotzdem gefragt. "Hier entsteht etwas völlig Neues, das parallel zur gewöhnlichen Presse existiert", so Schwarz. Die Mediennutzungszeit der Internet-User habe sich in den vergangenen Jahren deutlich in Richtung von UGC-Portalen verschoben.

Studie

Die Ergebnisse der In-Stat-Studie weisen auch auf die Entwicklung des mobilen Zugriffes auf UGC-Webseiten hin. Bislang unterstützen rund 23 Prozent der Portale den Zugriff über Mobiltelefone, der Anteil soll in Zukunft weiter steigen."Mobiltelefone besitzen bereits heute viele Applikationen, die teilweise aber noch nicht genutzt werden", erklärt Schwarz. Noch würden User den Einstieg über PCs bevorzugen, die zur Verfügung stehenden Programme und Möglichkeiten wären hier bekannter. Darüber hinaus würde aber auch die Höhe der Gebühren für den mobilen Internetzugriff eine wichtige Rolle spielen. Um die Nutzung der UGC-Portale durch Handy-Nutzer zu verstärken, wären Flatrates notwendig, wie sie heute bei Breitband- oder Telefonanschlüssen üblich sind. So könnten in Zukunft unter anderem Videos, die mit dem Mobiltelefon erstellt wurden, sofort upgeloadet werden.(pte)

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In-Stat

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