Verbund will expandieren

24. Oktober 2006, 13:08
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Die Verbundgesellschaft ist bereit, den Bundesländern ihre Landesstromversorger teilweise abzukaufen

Der Verbund selbst sei in erster Linie an der Aufstockung bestehender Beteiligungen in Kärnten und der Steiermark interessiert. An Kelag und Steweag/Steg hält Österreichs größter Stromproduzent jeweils 35 Prozent. Verbund-Chef Hans Haider ist optimistisch, dass sich da etwas bewegt. Kein Licht am Ende des Tunnels sieht Haider, was einen gemeinsamen Paarlauf des Verbunds mit EVN, Wienstrom und Bewag (Energie Allianz) auf dem Vertriebsweg betrifft. In Bewertungsfragen liege man "hunderte Millionen Euro auseinander". Die Partner der Energie Allianz hätten sich bisher geweigert, Businesspläne offen zu legen, anhand deren der Realitätsgehalt der Zahlen bewertet werden könne. 2Solange das nicht passiert, kann auch in der Sache nichts weitergehen", sagte Haider, dem eine "echte Fusion" viel lieber wäre als eine "verschachtelte Konstruktion", wie sie derzeit angedacht ist.

Keine OMV/Verbund-Neuauflage

An eine Neuauflage der im Frühsommer nicht zuletzt am Widerstand der Länder gescheiterten Fusion von Verbund und OMV glaubt Haider unter Hinweis auf die inzwischen veränderte Marktkapitalisierung beider Unternehmen nicht: "Da ist eine große Gelegenheit verpasst worden, einen starken und auch international gut aufgestellten österreichischen Energiekonzern zu zimmern." Sollte eine neue Regierung die gesetzlich festgeschriebene Mehrheit der öffentlichen Hand am Verbund aufheben, sei dies zwar eine gute Sache, in einer Regierungsvereinbarung sollten Firmen aber keine Vorschriften gemacht werden. "Das würde die Aktienkurse erst recht beschädigen."

Der Verbund rechnet damit, dass die EU-Kommission eine eigentumsrechtliche Trennung von Stromproduktion und -vertrieb von den Netzaktivitäten vorschreiben wird. Da dies insbesondere die Landesversorger träfe, sei es vernünftig, wenn die Länder rechtzeitig Kassa machten. "Wir haben Interesse an jedem Wasserkraftwerk, das zu haben ist", sagte Haider. (Günther Strobl aus Termoli, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.9.2006)

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    Verbund-Chef Hans Haider.

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