"Alternative Nobelpreise" vergeben

19. Oktober 2006, 13:08
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Indische Frauenrechtlerin Ruth Manorama unter den Ausgezeichneten der "Right Livelihood Awards"

Stockholm - Die diesjährigen Alternativen Nobelpreise ("Right Livelihood Awards") gehen an den brasilianischen Bürgerrechtler Chico Whitaker Ferreira, den US-amerikanischen Antikriegsaktivisten Daniel Ellsberg (USA), die indische Frauenrechtlerin Ruth Manorama und an das Internationale Poesie- Festival von Medellin in Kolumbien. Manorama und ihre Organisation "Women's Voice" helfen Frauen und SlumbewohnerInnen im Kampf um ihre Rechte.

Die Preisträger gab Right-Livelihood-Gründer Jakob von Uexküll am Donnerstag in Stockholm bekannt. Die Alternativen Nobelpreise sind zusammen mit 2 Mio. Kronen (215.587 Euro) dotiert. Sie werden seit 1980 jedes Jahr vergeben.

Begründungen

Die Inderin Manorama wurde von der aus sieben Personen bestehenden Jury, darunter die deutsche SPD-Abgeordnete Monika Griefahn und der UNO-Sondergesandte für Westafrika, der Mauretanier Ahmedou Ould Abdallah, als Anwältin von Frauen der "unberührbaren" Dalit-Kaste für ihre jahrzehntelangen Einsatz für die Gleichberechtigung in Indien gewürdigt.

In der Begründung der Jury hieß es zu Ellsberg, er habe durch sein Mitwirken an der Beendigung des Vietnam-Kriegs "Friede und Wahrheit an erste Stelle gereiht." Damit habe er "beträchtliches persönliches Risiko" auf sich genommen. Er erhalte die Auszeichung weiters dafür, dass er sein Leben der Inspiration anderer gewidmet habe, seinem Beispiel zu folgen.

Der Publizist Daniel Ellsberg hatte 1971 mit der Veröffentlichung der "Pentagon Papiere" der Bewegung gegen den Vietnamkrieg wesentlichen Auftrieb gegeben. Aus den Geheimpapieren ging damals hervor, dass die amerikanische Regierung über die Aussichten im Vietnamkrieg offenkundig die Unwahrheit sagte. (APA)

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