Risiko Paragleiten

16. Jänner 2007, 12:00
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Rund 900 Menschen verletzen sich jährlich in Österreich. Ausbildung und Schutzkleidung helfen, Unfälle zu vermeiden

Paragleiten bietet die ideale Möglichkeit, sich in luftige Höhen zu begeben - ohne langwierige Vorbereitung oder komplizierte Technik. Es verwundert also nicht, dass sich dieser Sport großer Beliebtheit erfreut. Mehr als 6.000 Österreicher üben diesen Sport aus. Doch Paragleiten ist nicht ungefährlich. Laut Austro Control starben bei der Ausübung vier Menschen in den Jahren 2004 und 2005.

Schmerzhafte Knochenbrüche

"Paragleiten ist ein sehr attraktiver Sport für Menschen, die hoch hinaus wollen, weil der Einstieg verglichen mit anderen Flugsportarten, eher günstig ist. Ganz ungefährlich ist es aber nicht: Laut unserer Freizeitunfallstatistik verletzten sich 2004 und 2005 durchschnittlich 900 Menschen pro Jahr beim Gleitschirmfliegen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten", weiß Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). 77 Prozent der Verunfallten zogen sich Knochenbrüche zu. Wie ernst solche Bruchverletzungen sein können, zeigt die Tatsache, dass mehr als ein Drittel davon auf die Wirbelsäule entfielen. Grundsätzlich sind mit 86 Prozent weitaus mehr Männer von Verletzungen betroffen als Frauen. Die Hälfte aller Verletzten sind 40 Jahre und älter. Die Unfallhergänge reichen von einer unsanften Landung mit umgeknicktem Fuß, bis hin zu Kuriositäten, wie etwa der Zusammenstoß eines Paragleiters mit einem Modellflugzeug vor einigen Tagen in Niederösterreich.

Der Wind ist unberechenbar

"Viele Unfälle mit Paragleitern passieren während des Starts oder der Landung. Des Weiteren ist ein Großteil der Unfälle auf Thermikprobleme, Windböen und Turbulenzen zurückzuführen", führt Kisser weiter aus. Eine der Hauptgefahren beim Gleitschirmfliegen besteht im Zusammenklappen der tragenden Gleitschirmkappe in der Luft. Im schlimmsten Fall können heftige Turbulenzen zu einem teilweisen oder sogar vollständigen Strömungsabriss führen, was einen rasanten Höhenverlust zur Folge hat. Dieses Beispiel zeigt, dass Paragleiter ein ureigenes Interesse daran haben müssen, eine professionelle Ausbildung zu absolvieren. Hier reicht es keinesfalls aus, sich ein Minimum an Wissen anzueignen, denn: "Nur wer diesen Sport wirklich beherrscht, kann die Gefahren besser abschätzen", gibt Kisser zu bedenken.

Professionelle Ausbildung ist wichtig

In Österreich ist eine Ausbildung mit abschließender Lizenz - wie in den meisten europäischen Ländern - Voraussetzung um mit einem Paragleiter fliegen zu dürfen. Die Ausbildung wird durch eine staatliche Stelle geprüft. In der Regel erfolgt sie über eine Flugschule. Die Grundausbildung umfasst Pargaleiterkunde, Aerodynamik, Flugwetterkunde und praktische Übungen. Die Kosten einer Ausbildung und einer Komplettausrüstung liegen bei etwa 5.000 Euro.

Verletzungen vermeiden

Angesichts der hohen Zahl an Verletzungen der Wirbelsäule ist ein Rückenschutz, der mit einer Art Airbag ausgestattet ist, der beste Schutz vor ernsthaften Verletzungen. Österreich hat hier internationale Vorreiterrolle eingenommen - seit 1. Jänner 1999 ist das Fliegen mit Rückenprotektor vorgeschrieben. Des Weiteren gilt für den Gleitschirmflieger Helmpflicht. Das Gurtzeug und der Schirm müssen alle zwei Jahre durch zugelassene Prüfstellen kontrolliert werden. Weiters gehören Handschuhe, knöchelhohe Gleitschirmschuhe mit seitlichem Schutz gegen Umknicken sowie ein Funkgerät zur Ausrüstung. (red)

  • Der Traum vom Fliegen wird schnell zum schmerzhaften Albtraum.
    foto: www.pixelquelle.de

    Der Traum vom Fliegen wird schnell zum schmerzhaften Albtraum.

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