Greenpeace kritisiert giftige Mac-Notebooks

27. November 2006, 15:34
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Apple-ähnliche Webseite sorgt für Aufregung - Greenpeace fordert grünes Macbook

Die Umweltorganisation Greenpeace hat eine aufsehenerregende Kampagne gegen Apple gestartet. "Ich liebe meinen Mac. Ich wünschte nur, er würde grün daherkommen", heißt es auf der im Apple-Design gehaltenen Webseite. Die jetzt gestartete Kampagne ist Teil der Bemühungen von Greenpeace, Elektronikkonzerne zum Verzicht auf giftige Substanzen in ihren Geräten zu bewegen. Zu diesem Zweck haben die Umweltaktivisten vor rund einem Monat einen "Leitfaden zur Grünen Elektronik" präsentiert, dem eine Rangliste prominenter Umweltsünder angefügt war.

Zuvor schlecht abgeschnitten

"Apple hat bei der letzten Untersuchung enttäuschend schlecht abgeschnitten", erklärt die Kampagnenleiterin Zeina Alhajj von Greenpeace International im pressetext-Interview. Die speziell auf Apple zugeschnittene Kampagne sieht Alhajj allerdings nicht als Boykott-Aufforderung oder Drohung: "Apple ist unbestritten der Trendsetter in der elektronischen Welt, gerade was innovative Konzepte und sauberes Design betrifft. Umso wichtiger ist es daher, das Unternehmen und seine Kunden davon zu überzeugen, dass giftige Stoffe wie PVC und bromierte Flammschutzmittel (BFR) in den Geräten nichts verloren haben." Greenpeace zeigt sich davon überzeugt, dass andere Elektronikhersteller Apple folgen würden, gingen diese nur mit gutem Beispiel voran.

Parodie

Um Apple-Liebhaber mit der Kampagne anzusprechen, vertraut Greenpeace auf eine aufwändige Apple-Parodie auf der eigenen Homepage. So thematisiert der in blassem Grün gehaltene Webauftritt alle Kritikpunkte und Vorschläge der Umweltorganisation bezüglich Produktdesign und Recycling und fordert Apple-Anwender dazu auf, das Unternehmen aktiv auf die Problematik hinzuweisen. Eine offizielle Stellungnahme von Apple ist bisher ausgeblieben. Legale Konsequenzen wegen des Webseiten-Plagiates fürchtet man bei Greenpeace allerdings nicht. Es sei auf jeder Unterseite klar ersichtlich, dass es sich um eine Greenpeace-Seite handle, so die Organisation.

Gilt nicht

Nicht gelten lassen möchte man bei Greenpeace auch Vorwürfe, man hätte bei der Zusammenstellung der Rangliste schlampig recherchiert. "Wir haben allen Unternehmen einen Monat vor Veröffentlichung unseren Bericht zugeschickt. Sie hatten also genügend Zeit, um Informationen klarzustellen oder anzufügen. Diese wurden für die veröffentlichten Daten auch berücksichtigt", so Alhajj. (pte)

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