Escada trägt rot

12. Oktober 2006, 16:47
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Für Gesamtjahr erwartet Luxuskonzern schwarze Zahlen

München - Der Luxusmodehersteller Escada erwartet trotz massiver Abschreibungen 2005/06 unter dem Strich wieder schwarze Zahlen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das am 31. Oktober endet, habe das Betriebsergebnis (Ebitda) um elf Prozent auf 50,5 Mio. Euro zugelegt, teilte das Unternehmen aus Aschheim bei München am Donnerstag mit.

Der Umsatz sei um sechs Prozent auf 490 Mio. Euro gestiegen. Unter dem Strich blieb nach neun Monaten noch ein Verlust von 1,5 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Damenmodehersteller noch 9,6 Mio. Euro verdient. Im zweiten Quartal hatte Escada 16,3 Mio. Euro abgeschrieben, den größten Teil davon auf alte Bestände.

Für das Geschäftsjahr gab sich Escada dennoch optimistisch. Nach wie vor gehe das Unternehmen von einem Wachstum des Ebitda von zehn Prozent aus. Das Ergebnis nach Steuern werde positiv ausfallen, hieß es. Konzernchef Frank Rheinboldt will sein Haus weiter auf Rendite trimmen. "Die ersten neun Monate haben gezeigt, dass der Trend zu überproportionalen Ergebniszuwächsen nachhaltig ist", erklärte er. "Außer an der Verbesserung unserer Kollektionen und der Stärkung des Markenauftritts werden wir weiterhin intensiv an der Optimierung unserer Strukturen und Prozesse arbeiten."

Imagewandel

Escada arbeitet an einer Modernisierung seiner Läden und Kollektionen. Beim angestrebten Imagewandel setzt Rheinboldt Hoffnungen auf seinen neuen italienischen Chefdesigner Damiano Biella und auf eine breit angelegte Renovierung der eigenen Ladenkette. "Wir wollen mit einer ausgesprochenen femininen Handschrift die Marke neu aufladen", kündigte der Vorstandschef an. "Gerade in Deutschland hängt uns zum Teil noch das Goldknopf-Image aus den 80er Jahren nach", sagte er. "Wir wollen mehr Innovation, Mode, Heutigkeit."

Die Modernisierung der Escada-Ladenkette habe sich durch die Überarbeitung der geplanten Optik etwas verzögert. Die Shops sähen "feminier und luxuriöser" aus als bisher. Der Konzern will sich die Renovierung in den kommenden beiden Jahren insgesamt 30 bis 35 Millionen Euro kosten lassen. "Die Überarbeitung hat dazu geführt, dass es etwas billiger wird", sagte Rheinboldt. Das ursprünglich geplante Design sei dem Vorstand zu teuer geworden. Im Oktober würden drei Läden in Deutschland und Österreich umgestaltet. Im kommenden Jahr würden weltweit 15 bis 20 der wichtigsten Standorte aufpoliert.

Optimierung

Rheinboldt will sein Haus weiter auf Rendite trimmen: "Außer an der Verbesserung unserer Kollektionen und der Stärkung des Markenauftritts werden wir weiterhin intensiv an der Optimierung unserer Strukturen und Prozesse arbeiten." Für 2005/06 erwartet er nach wie vor ein Plus beim Betriebsergebnis (Ebitda) von zehn Prozent. Das Nettoergebnis werde positiv ausfallen, bekräftigte er in einer Telefonkonferenz. "Ich bin sicher, dass Sie am 20. Dezember, wenn wir unsere vorläufigen Zahlen vorlegen, keine Enttäuschung erleben werden."

Im SDax gab die Escada-Aktie bis Donnerstag Mittag 1,4 Prozent auf 24,26 Euro nach. (APA/Reuters)

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