Bayerischer Ministerpräsident spricht von "islamistischem Meinungsterror" - Chef der Buchmesse: "Idomeneo"-Absetzung der falsche Weg
Hamburg/Frankfurt - Der bayerische Ministerpräsident
und CSU-Chef Edmund Stoiber hat sich dafür ausgesprochen, dass in
deutschen Moscheen auch deutsch gesprochen wird. Die islamischen
Gemeinden müssten sich öffnen und dürften nicht länger "in den Geruch
konspirativer Zirkel kommen", sagte der bayerische Ministerpräsident
der "Bild"-Zeitung. "Deshalb sollte in deutschen Moscheen auch
deutsch gesprochen und auf Deutsch gepredigt werden."
Wie bereits andere Politiker fast aller Parteien kritisierte der
Regierungschef die Absetzung der Oper "Idomeneo" in Berlin. "Wir
dürfen die Freiheitsrechte des Grundgesetzes niemals aus Angst vor
islamistischem Meinungsterror aufgeben." Die Entscheidung sei ein
"Riesenfehler" gewesen
"Die Kunst in Schutzhaft zu nehmen, ist für mich einfach traurig",
sagte unterdessen der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen
Boos, der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagausgabe) zur Absetzung
der Mozart-Oper in Berlin. Der Kulturmanager hält es grundsätzlich
für den falschen Weg, sich im Kulturleben Terrordrohungen zu beugen.
"Ich finde es sehr bedauerlich, dass so etwas in Deutschland
geschehen kann", sagte er. Boos hat gerade in der Türkei den Vertrag
unterzeichnet, der das Land 2008 zum Gastland der Buchmesse macht.(APA/AP/dpa)