Konfessionsvielfalt auf Berg bei Graz

5. Oktober 2006, 23:08
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"TresViri"-Künstlergruppe "bekannte" sich zur Anlehnung an "Halbmonde auf Gipfeln" am Schöckl

Graz - Am Gipfel des Grazer Hausberges Schöckl (1.445 Meter) sind in Anlehnung an die Künstleraktion "Halbmonde auf Gipfeln" vier Tafeln mit religiösen Symbolen aufgetaucht. Der Pächter des Gasthauses "Bergstation" bemerkte am Vormittag an den Halteseilen des Gipfelkreuzes vier je 30 Quadratzentimeter große Holzspantafeln. Auf den Tafeln waren religiöse islamische, buddhistische, hinduistische und jüdische Symbole aufgemalt. Während die Polizei die Tafeln abmontierte und noch über die Urheber rätselte, tauchte ein "Bekennerschreiben" in Email-Form auf. Die Künstlergruppe "TresViri" bekannte sich zu der Aktion. "Der raue Ton im Wahlkampf mit einer starken Tendenz, Ausländer und Menschen mit nicht christlicher Religionsbekenntnis in das Kreuzfeuer der Polemik zu ziehen" habe die junge Künstlergruppe dazu veranlasst, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch am Schöckl "ein Stückwerk Religionsfreiheit zu installieren". In einer Fernsehdiskussion mit BZÖ-Spitzenkandidat Peter Westenthaler habe sich dieser über den Vorschlag erbost, Halbmonde statt Kreuze auf den Gipfeln zu installieren, so die Gruppe in dem Email. Gipfelkreuze hätten in Österreich eine wichtige Schutzsymbolik und seien ein wesentlicher Bestandteil der Alpenlandschaft. Durch die zunehmende Globalisierung bedürfe es jedoch auch einer Öffnung in Richtung anderer Weltreligionen, so die Gruppe. Darum wurden an den Spannseilen des Gipfelkreuzes am Schöckl "vorsorglich weitere vier Weltreligionen installiert". So solle Wanderern vermittelt werden, "dass wir zwar in einer christlich dominierten Gesellschaft leben, aber auch Platz für Offenheit und Weitblick vorhanden sein muss, da sich Religionsfreiheit nicht nur im stillen Bekenntnis definiert", so TresViri. (APA)
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