Von der Weltmusik zur "wöd Musik"

12. Oktober 2006, 12:11
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Start des Wienerliedfestivals "Wean hean" im Künstlerhaus

Wien – Ein verblüffender Gleichklang: Ausgerechnet jetzt, wo der Wiener Wein nach Jahren der Tristesse zu qualitativen Höhenflügen anhebt – erlebt auch das Wienerlied eine Renaissance; beschreitet neue Wege, knüpft neue Verbindungen – und erschließt sich einem vollkommen neuen Publikum.

Und so kann man die Zuhörer bei der Eröffnung des Wienerliedfestivals "Wean hean" nur mit einem Begriff beschreiben: gemischter Satz. So, wie sich auch die Vielfalt des Festivals Dienstagabend im Künstlerhaus präsentierte.

Klassiker vom Trio Alt Wien

Seien es nun die Klassiker vom Trio Alt Wien. Oder die neueren Werke, die längst selbst zu Klassikern wurden und von Karl Hodina und Roland Neuwirth im_Duo interpretiert wurden. Oder der wienerliedliche Grenzgang, den Helmut Bohatsch, Paul Skrepek und Martin Zrost beschritten. "Aus globaler Sicht nennt man das Weltmusik", so Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. In Wien ist das wohl "A wöd Musik".

Eine Kategorie für sich: Das "Stimmgewitter Augustin" mit aus dem (Straßen-)Leben gegriffenen Texten wie "I kenn a Männerheim, da is ois umsunst / da finden s‘ nix dabei, wennst daneben prunzt."

Auftritt des zwei-Meter-Lackels Mailath-Pokorny

Und dann auch noch der schon obligate Auftritt des zwei-Meter-Lackels Mailath-Pokorny, der zuvor noch rasch geprobt hatte: "I bin an Meter Neunzig / aber z‘Haus bin i so klan." Der Stadtrat war diesmal nervös: "Das ist ein Lied, das ich zu Hause nie singe." Das Festival "Wean hean" läuft bis 15. Oktober. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 28.9.2006)

Webtipp: Weanhean
  • Das Festival "Wean hean" läuft bis 15. Oktober
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    Das Festival "Wean hean" läuft bis 15. Oktober

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