Erst klebrige Seide macht Vogelspinnen zu Meisterläufern

1. Oktober 2006, 11:00
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Forscher entdeckten neben feinen Härchen und winzigen Krallen dritte Methode zur Fortbewegung auf glatten Flächen

Paris - Manche Vogelspinnen sind dank einer klebrigen Seide Meister im Laufen auf glatten Flächen: Die Tieren sondern silbrig schimmernde Fäden von 0,2 bis 1 Mikrometer Dicke an ihren Füßen ab, die ihnen das Abwärtslaufen auf glatten vertikalen Flächen erlaubt, stellten Wissenschafter des Max-Planck-Instituts für Metallforschung in Stuttgart fest.

Damit fanden die Forscher einen dritten Mechanismus, mit dem Spinnen sich auch unter erschwerten Bedingungen fortbewegen können: Neben der Seidenmethode bilden sie mit ihren tausenden kleinen Härchen eine Art elektronisches Band mit der Oberfläche, auf der sie laufen. Auf rauem Untergrund können sie sich mit kleinen Klauen festkrallen.

Erst fürs Bein, dann fürs Netz

Für die im britischen Wissenschaftsmagazins "Nature" veröffentlichten Studie analysierten die Forscher das Verhalten von Zebra-Vogelspinnen aus Costa Rica. Teamleiter Stanislaw Gorb vermutet, die Spinnen könnten in ihrer evolutionären Entwicklung die Seidenproduktion zuerst zum Laufen benutzt haben und erst später, um ihre Netze zu spinnen. Der nächste Schritt für die Forscher ist es, die Seide der Spinnennetze und die an ihren Füßen per Genanalyse zu untersuchen und zu vergleichen. (APA)

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    Große Spinnen haben gleich drei Methoden, auf glatten Flächen zu laufen: Feine Härchen, winzig Klauen und klebrige Spinnenseide.

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