Radio-Zukunftsmusik: Bebilderte Programme

13. Oktober 2006, 13:11
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Bartsch ortet dringenden Handlungsbedarf für das Radio - Wolf und Swoboda machen sich wenig Sorgen

Das "Bebildern von Radioprogrammen" und die Bereicherung durch "interaktive Mittel" stellen für Radiomacher die Hauptaufgaben der kommenden Jahre dar. Diese Prognose stellte Ö3-Chef Georg Spatt im Rahmen der Österreichischen Medientage in der Wiener Messe. "Weniger gemachte Inhalte und dafür die Hörer mehr einbeziehen", lautete dort auch das Credo der "Antenne Bayern"-Programmchefin Valerie Weber. Sie denkt insbesondere an die bessere Vernetzung mit dem Internet, wo man Chatrooms und Spiele zum Herunterladen anbieten müsse.

Wolf: Radio ist "Lebensmittel"

Um die Zukunft des Radios müsse man sich trotz neuer Medien wenig Sorgen machen, meinte hingegen Brigitte Wolf, alte und neue Chefin des ORF-Landesstudios Wien. Sie bezeichnete das Radio als "Lebensmittel" und als Medium, das "für die Menschen eine eigene Lebenswelt kreiert". Freilich sinke auch in Österreich die Radio-Hördauer, räumte Wolf ein. Gegensteuern müsse man mit der "Rückbesinnung auf das Wort" und der Schaffung einer "guten Radiomarke, die für eine eigene Lebenswelt steht".

Swoboda: "Neue Medien ersetzen Alte nicht"

Ähnlich gelassen gab sich auch Kronehit-Geschäftsführer Ernst Swoboda, der in den neuen Medien ebenfalls keine Gefahr für das gute alte Radio wittert: "Neue Medien ersetzen Alte nicht." Das Radio werde sich auch künftig als "raschestes Informationsmedium, das man beinahe ohne Aufmerksamkeitsverlust" konsumieren könne, behaupten.

Bartsch: "Wir müssen dringend handeln"

Nicht ganz so rosig zeichnete Peter Bartsch von der Antenne Steiermark die Lage. Er kritisierte, dass das Radio bei der jüngeren Generation an Hörern verliere und vor allem in Punkto Musik seit Jahren nur noch Einheitsbrei sende. "Innovationen sind nicht zu sehen - wir müssen aber dringend handeln", warnte Bartsch. (APA)

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