Dichand rechnet mit Fusion von "Kurier" und "Österreich"

13. Oktober 2006, 13:11
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"Kronen Zeitung" könnte um drei Millionen Euro im Jahr mehr Gewinn machen, wenn es Konflikt mit WAZ nicht gäbe

Gelassen reagiert "Kronen Zeitung"-Herausgeber und -Hälfteeigentümer Hans Dichand auf die neue Tageszeitung "Österreich". "Ich glaube nicht, dass uns diese Zeitung wirklich große Konkurrenz machen wird", erklärt Dichand in einem anlässlich der Österreichischen Medientage herausgegebenen Medien-Spezial-Heft der Magazine "Bestseller" und "trend". Die Zielgruppen zwischen "Kronen Zeitung" und "Österreich" würden sich nicht überschneiden.

Dichand: "übersteigerte Selbsteinschätzung der Fellner-Brüder "

"Österreich" biete für eine Tageszeitung fast zu viel und sei zu umfangreich für den Leser, so Dichand weiter. "Diese Zeitung ist aus einer übersteigerten Selbsteinschätzung der Fellner-Brüder heraus entstanden. Allein die Bewerbung für 'Österreich' im Vorfeld war ja ungeheuerlich. Wenn man sich die Folder anschaut, die da vorab produziert wurden, da ist auf jeder Seite einer der beiden abgebildet. Darüber kann ich nur lächeln. Ich agiere eher im Hintergrund und drängle nicht nach vorne. Aber die beiden Fellners sind eben ein anderer Typ Zeitungsmacher. Und die haben sicher ihre Qualitäten. Im Einholen von Inseraten sind sie zum Beispiel sehr gut. Da sind sie großartig."

Fusion zwischen "Österreich" und "Kurier"?

Dass die Fellners über einen entsprechend langen finanziellen Atem für das Tageszeitungsgeschäft verfügen, glaubt Dichand offenbar nicht. "Österreich" werde ja "mit ungeheuren Mitteln finanziert". Veränderungen erwartet der Chef der größten österreichischen Tageszeitung diesbezüglich auch für den "Kurier", mit dem die "Kronen Zeitung" via Mediaprint bei Anzeigen und Vertrieb eng verflochten ist. "Österreich" sei laut Dichand stark gegen den "Kurier" positioniert. "Wenn man 'Österreich' und den 'Kurier' nebeneinander legt, besteht da eine sehr hohe Ähnlichkeit. Wenn Sie mich fragen, dann werden die beiden Titel in absehbarer Zeit miteinander fusioniert. Dem 'Kurier' geht's ja nicht so gut, das ist bekannt. Auf die Art und Weise müsste man den 'Kurier' nicht einstellen, da könnten die Gesellschafter ihr Gesicht wahren", wird der "Krone"-Chef zitiert.

Dichand: Streit mit WAZ ist "unvernünftig"

Im seit Jahren schwelenden Streit mit dem "Krone"-Partner WAZ hofft Dichand auf ein gütliches Ende, "weil die ganze Sache ja so unvernünftig ist". Nach Berechnungen der Geschäftsführung der "Kronen Zeitung" könnte das Blatt "um drei Millionen Euro im Jahr mehr Gewinn machen, wenn es diesen Konflikt nicht gäbe", berichtet der mächtige Medienmacher. "Die WAZ blockiert uns in so vielen Dingen. Wir wollen ja, dass dieser Konflikt beigelegt wird. Wir nehmen auch jede Möglichkeit wahr, das aus der Welt zu schaffen." (APA)

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