Die ganze Welt der Skythen

9. Oktober 2006, 12:32
1 Posting

Weltweit erste Ausstellung, welche die gesamte Geschichte und Verbreitung dieser indoeuropäischen Kultur darstellt

Berlin - Mit einer großen Ausstellung will der Berliner Martin-Gropius-Bau das Reitervolk der Skythen und ihre Welt präsentieren. Am 6. Juli 2007 wird die weltweit erste Ausstellung eröffnet, die die gesamte Geschichte und Verbreitung dieser indoeuropäischen Kultur darstellt, kündigte der Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts, Hermann Parzinger, an.

Das Gebiet der Skythen habe sich im ersten Jahrtausend v. Chr. von Sibirien bis zum 6000 Kilometer entfernten Balkan erstreckt. Die Ausstellung entsteht in Kooperation zwischen dem Deutschen Archäologischen Institut, den Staatlichen Museen zu Berlin und Ausstellungshäusern in München und Hamburg.

"Es gibt keine archäologische Ausstellung, die so sehr in die Breite geht", sagte Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Klaus-Peter Schuster. Schirmherren sind der russische Präsident Wladimir Putin und Bundespräsident Horst Köhler sowie die Staatsoberhäupter der Mongolei und der Ukraine. Bei Gesamtkosten von fünf Millionen Euro, die unter den beteiligten Ausstellungsorten aufgeteilt werden, erwartet Schuster eine halbe Million Besucher.

Die Ausstellung ist für ein Jahr in Deutschland zu sehen. Nach Berlin geht die Ausstellung in die Münchner Hypo-Kunsthalle und im Februar 2008 dann in das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Im Gespräch seien auch Präsentationen in Russland.

2500 Jahre alte Eismumie

Gezeigt werden rund 1500 Objekte mit bis zu 8000 Einzelteilen. Dazu gehört auch eine 2500 Jahre alte Eismumie aus der Mongolei, die erst vor zwei Monaten gefunden wurde, wie Parzinger sagte. Ein weiterer Höhepunkt sei ein Goldkostüm eines Fürstenpaars, das der Archäologe 2001 in einem fast unversehrten Grabhügel bei der sibirischen Stadt Tuva entdeckt hatte.

Anhand der unterschiedlichen Gestaltung der Tiermotive seien die Einflüsse aus Sibirien, dem antiken Griechenland und der russischen Steppe zu erkennen. In der Ausstellung werde die Welt der Reiternomaden als Völkergemisch dargestellt, das die Geschicke Europas und Asiens miteinander verbunden habe, sagte Parzinger. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auch die 2500 Jahre alte Eismumie, hier in einem Geviert aus Holzbohlen an seinem Fundort in der Mongolei, wird auf der Ausstellung zu sehen sein.

Share if you care.