Danke für die vielen engagierten Beiträge! Von Una Wiener

2. Oktober 2006, 11:09
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Die große, unrepräsentative Studie "Machen Frauen eine andere Art Werbung als Männer" ist da!

Die große, unrepräsentative Studie aus vier Fragen zum Thema "Machen Frauen eine andere Art Werbung als Männer" ist da! Der Fragenkatalog erbrachte bei einem Rücklauf von 21 Fragebögen plus exakt vier relevanten Postingbeiträgen in etwa Folgendes:

Männer finden, es gäbe keinen Unterschied. Frauen finden, dass Frauen besser seien. Na gut, Frauen finden, dass viele Frauen in manchen Belangen besser sind – sie seien "vernünftiger", "anspruchsvoller", "harmoniebedürftiger" und "kreativer". Das Gros der Damen beruft sich aber auf das Übliche (Bauch/Intuition/Emotion) und bezichtigt Männer der "Härte", der "größeren Autorität", der "Direktheit" der "schönen Bilder" oder auch "der Verspieltheit".

Auf die Frage, was Frauen in dieser Branche denn anders machen könnten/sollten, war die ziemlich einhellige Antwort: "Nichts." Es gab 1x "Mehr zuhören als reden", 1x "Zwischen den Zeilen lesen" und 2x "Das Konzept noch mal hinterfragen".

Und bevor es wieder Reklamationen gibt: Nein, ich hatte nie vor, daraus eine Gender-Reklame-Theorie abzuleiten und zur Diskussion anzubieten, und, nein, ich werde hier auch sonst keine Probleme lösen.

Ich gebe aber gerne zu, dass ich persönlich der Empfehlung "das Konzept hinterfragen" doch einiges abgewinnen kann. "Was soll denn das für eine Brand Idea, für ein Consumer Benefit/Core Value sein" passt eigentlich immer. (Wahrscheinlich weiblicher Widerspruchsgeist.)

Gerne bediente ich mich auch öfter des "OK, dann machen wir halt die Kampagne vorher und schreiben das Konzept nachher." (Wahrscheinlich weibliche "Logik".) Nachvollziehen kann ich bis zu einem gewissen Grad auch den Inhalt des Postings von "R.E.Nash". Frauen auf Kundenseite fallen weit unangenehmer auf als ihre männlichen Pendants, wenn sie – in Ermangelung handfester Kriterien – darauf beharren, "sich emotional nicht angesprochen zu fühlen".

Und zuletzt das Versöhnliche dieses interessanten Themenblogs: Es gibt eigentlich niemanden, der nicht happy wäre, dass Werbeagenturen auch human resources ohne Zipfi im Angebot haben. Die Werber freut's (siehe Grünpflanzen), die Kunden freut's - in Österreich können da auf Kundenseite kaum Kompetenzdefizite moniert werden, da sehr wenig Mittel- und Langstreckenraketen, Pfeifentabak oder Penisverlängerungen beworben werden. Und bei Rasierschaum kann man sich als Frau immer auf Hirsutismus auf den Beinen berufen.

Und, dass es miteinander sowieso am besten geht, das zeigt ja die Werbung selbst: Da gibt es jetzt den großartigen Puder-Spot für die Gewista – da sieht man, dass es Mann UND Frau braucht, um Wasser zum Überschwappen zu bringen. Oder den super Ruder-Spot für Wien-Energie, die müssen sich in einem Achter gleich zu neunt in die Riemen legen, weil sich das buchstabenmäßig sonst nicht für diesen unnachahmlichen USP "Teamgeist" ausgegangen wäre. Und, ja, ich gebe zu, das war eben nicht nett von mir. Ist wohl nicht so weit her, mit dem weiblichen Einfühlungsvermögen.

Zur Person
Una Wiener ist Chief Creative Officer bei Young & Rubicam Vienna.

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Hier machen sich Agenturchefs und Kreative Gedanken über Werbung und die Welt.

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    foto: y & r
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