In-Vitro-Fertilisationen finden großen Zuspruch

27. Juni 2000, 22:43

Laut Forschungsbericht besonders in Europa

London - Die MedizinerInnen in Frankreich und Großbritannien sind einem Forschungsbericht zufolge in Europa führend bei der künstlichen Zeugung von Kindern, der so genannten In-Vitro-Fertilisation (IVF). Nach Angaben der Autoren aus Schweden und Dänemark, die den Bericht am Dienstag auf einer Fachkonferenz im italienischen Bologna vorstellten, wurden von 1997 bis 1998 in den beiden Ländern 8.700 künstliche Schwangerschaften erfolgreich ausgetragen.

50.000 Kinder kommen lebend zur Welt

In 18 Ländern im europäischen Raum seien im Jahr 1997 in mittlerweile über 500 Kliniken 200.000 künstliche Schwangerschaften eingeleitet worden, von denen 50.000 zur Geburt von Kindern geführt hätten. In Österreich gibt einige wenige Zentren mit mehreren hundert IVF-Behandlungen pro Jahr.

Frankreich und England an der Spitze

Über die Hälfte der Schwangerschaftsbehandlungen seien in Frankreich, Großbritannien und Deutschland vorgenommen worden, teilte der schwedische Mediziner Karl Nygren in London mit. Der Bericht zeige, dass Europa weltweit führend sei bei der Anwendung von IVF, auch wenn das Angebot für kinderlose Paare mit Kinderwunsch in verschiedenen europäischen Regionen noch sehr unterschiedlich sei. Statistisch führe die IVF-Methode in 22 Prozent der Fälle zu dem gewünschten Ergebnis.

Mehrfachgeburten

Die Länder Süd- und Osteuropas hätten dabei die meisten Mehrfachgeburten aufzuweisen. Rund sieben Prozent der Behandlungen hätten in diesen Ländern Drillinge zur Folge, verglichen mit 0,8 Prozent in Nord-Europa. Allerdings gebe es in den einzelnen Ländern verschiedene Vorschriften über die Zahl der Embryos, die der Frau bei der IVF-Methode eingepflanzt werden dürfen. Die Erfolgsrate bei den künstlichen Schwangerschaften liege in den USA mit 26 Prozent etwas höher als in Europa, aber gleichzeitig hätten die USA auch eine deutlich höhere Zahl an Mehrfach-Geburten aufzuweisen.

In Bologna informieren sich über 4.000 WissenschafterInnen und Fruchtbarkeits-ExpertInnen auf einer viertägigen Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Reproduktion und Embryologie über den aktuellen Stand ihres Fachbereichs.
(APA/Reuters/red)

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