VW-Beschäftigte müssen länger arbeiten

11. Oktober 2006, 14:16
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Arbeitszeit wird auf 33 Stunden verlängert - Abschied vom VW-Haustarifvertrag - Produktionsvolumen vereinbart

Hannover - Der Tarifkonflikt um die anstehende Sanierung bei Volkswagen ist beendet: Unternehmen und IG Metall einigten sich auf ein Lösungspaket. Das teilten die Tarifparteien am Freitag in Hannover mit. Demnach ist VW mit der Forderung nach einer Einführung der 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich gescheitert. Stattdessen kann die Arbeitszeit ohne Zuschlag von jetzt 28,8 auf 33 Wochenstunden verlängert werden. Für die Zeit darüber hinaus muss VW Überstundenzuschläge zahlen.

Nach Angaben der IG-Metall hat VW für alle sechs westdeutschen Werke konkrete Zusagen gemacht. Dadurch werde die Beschäftigung über 2011 hinaus gesichert. So soll der neue Golf und ein zusätzliches Volumenmodell im Wolfsburger Stammwerk gefertigt werden. Die Kapazitäten für 460.000 Fahrzeuge dort werden voll ausgelastet. Zur Zeit ist Wolfsburg nicht voll ausgelastet.

Sicherung der Beschäftigung

Auch für die Werke Hannover, Kassel, Emden, Braunschweig und Salzgitter sei zusätzliches Produktionsvolumen vereinbart worden. "Die konkreten und verbindlichen Produktzusagen sichern die Beschäftigung über 2011 hinaus in allen sechs westdeutschen Standorten. Damit setzen wir den im November 2004 begonnenen Weg der Standort- und Beschäftigungssicherung fort," erklärte IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine.

Die von Volkswagen geforderte 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich hat die IG Metall nach eigenen Angaben nicht akzeptiert. Stattdessen sei ein Arbeitszeitkorridor zwischen 25 und 33 Stunden abgemacht worden. Für die Arbeitszeiten in diesem Korridor werde das bisherige Monatseinkommen gezahlt.

Als teilweisen Lohnausgleich wurde ein einmaliger Rentenbaustein in Höhe von rund 6.300 Euro pro Beschäftigten für die betriebliche Altersvorsorge vereinbart, sowie eine zusätzliche Erfolgsbeteiligung. Außerdem solle es für die Tarifrunde des Jahres 2007 einen Einmalbetrag in Höhe von 1.000 Euro geben, ab 1. Jänner 2008 wird die Lohnerhöhung wie in der Gesamtheit der niedersächsischen Metallindustrie erfolgen.

Meine bezeichnete die Lösung als "Kompromiss mit Stärken und Schwächen". Er fügte hinzu: "Die Beschäftigten haben ihren Beitrag zur Sanierung der Kernmarke erbracht, jetzt ist der Vorstand am Zug." (APA/AP)

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