Wais will Rückzug des Staates auf Sperrminorität

19. Oktober 2006, 18:32
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Für einen weiteren Rückzug der Regierung aus der teilprivatisierten Post sprach sich Generaldirektor Anton Wais aus

Wien - Für einen weiteren Rückzug der Regierung aus der bereits teilprivatisierten Post hat sich nun Generaldirektor Anton Wais ausgesprochen. "Der Staat ist auch dann ausreichend im Unternehmen verankert, wenn er sich auf eine Sperrminorität oder 25 Prozent plus eine Aktie zurückzieht", sagte Wais in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Derzeit befinden sich noch 51 Prozent der Post in Staatsbesitz. Der Post-Chef bestätigte die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr 2006: Der Ertrag vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll sich heuer um 15 Prozent verbessern.

Dieser verbale Vorstoß des Post-Generals unterscheidet sich deutlich von Aussagen des Finanzministers vor dem Börsegang der Post, mehr als die Hälfte der Anteile im Staatsbesitz halten zu wollen. Auch die österreichische Privatisierungsholding ÖIAG hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass der Staat an seinem 51-Prozent-Postanteil festhalten wolle.

Gerüchte über weitere Entstaatlichung

Parallel dazu waren in jüngster Zeit auch bereits Branchengerüchte über eine weitere Entstaatlichung der Post laut geworden. Ebenso wie von der Telekom Austria sei auch von der Post eine weitere Privatisierung zu erwarten. Mit einer weiteren Post-Tranche sei "allerdings erst 2008 zu rechnen", sagt etwa auch CAIB-Chefanalyst Alfred Reisenberger.

"Ich glaube nicht, dass 2007 eine starke Privatisierungswelle von der neuen Regierung zu erwarten ist", sagte Wais laut Bloomberg. Diese werde höchstwahrscheinlich darüber nachdenken, wie sie in dieser Sache weiter vorgehe. Beim Börsendebüt der Post hat der Staat heuer 653 Mio. Euro für seinen 49-Prozent-Anteil erlöst.

In den vergangenen Jahren hat die Post Filialen geschlossen und Mitarbeiter abgebaut, um die Ertragsstärke zu verbessern. Zum Jahresende werde sich der Personalstand gegenüber dem Vorjahr (25.192 Mitarbeiter) erneut um 500 Arbeitnehmer reduzieren. 2006 und 2007 sei noch einmal jeweils mit einem Abgang von je 400 Mitarbeitern zu rechnen, so Wais. (APA)

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    Anton Wais

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