"Glaube an sauberen Radsport"

2. März 2007, 14:49
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Bernhard Eisels neues Team T-Mobile vor komplettem Neubeginn - Sponsor verlängerte bis 2010

Bonn - Weniger Geld, mehr Kontrollen, keine Stars, neue Philosophie: Das deutsche T-Mobile-Team, 1991 als Telekom-Equipe ins Profi-Radsport-Metier gestartet und neuer Rennstall des steirischen Sprinters Bernhard Eisel, steht vor einem kompletten Neubeginn. Ohne den in die jüngste Doping-Affäre verwickelten und gekündigten Jan Ullrich, der das Bild der Bonner mit einem Jahr Unterbrechung seit 1996 prägte, hat sich das Team vor allem einem konsequenten Anti-Doping-Kampf verschrieben.

Damit folgte es dem Gebot der Stunde und hofft auf eine Sogwirkung. Der Sponsor gab Rückendeckung und verlängerte sein finanzielles Engagement über 2008 hinaus bis 2010, allerdings in geringerem Umfang als bisher. Nach der Affäre sei an einen kompletten Ausstieg gedacht worden, bestätigte Finanzvorstand Thomas Winkler am Mittwoch.

Ohne die Aushängeschilder Ullrich und Andreas Klöden sind bei T-Mobile große sportliche Erfolge eher unwahrscheinlich. Unter dem neuen Management des US-Amerikaners Bob Stapleton und der sportlichen Leitung des Ex-Profis Rolf Aldag soll eine neue Radsport-Philosophie zum Tragen kommen. "2007 wird sicher nicht das erfolgreichste Jahr unserer Geschichte. Aber was ist Erfolg? Erfolg ist für mich auch offensive Fahrweise, mit der wir Sympathie schaffen", sagte Aldag am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Regimes.

Die Zeit der großen Ambitionen bei der Tour de France sind vorerst vorbei. Der Australier Michael Rogers, der Heimkehrer Axel Merckx (Belgien) und der Nachwuchs um die Deutschen Patrik Sinkewitz (25) und Linus Gerdemann (24) sind die Hoffnungen für die Rundfahrten. Die starke Sprinterfraktion wird von Eisel und dem frisch gekürten U-23-Weltmeister Gerald Ciolek angeführt. Die Rote Karte erhielten neben Ullrich und dem Spanier Oscar Sevilla zum 31. Oktober auch Manager Olaf Ludwig, dessen rechte Hand Mario Kummer und der sportliche Leiter Frans van Looy.

Das neue Anti-Doping-Programm der Bonner hat laut Teamarzt Lothar Heinrich den "gläsernen Athleten" zum Ziel. Ein internationales, medizinisches Experten-Gremium und ein Trainingskoordinator der Sporthochschule Köln sollen alle relevanten Daten der Fahrer überwachen.(APA/dpa)

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