Frankreichs Parlament will schärfere Regeln für Aktienoptionen

11. Oktober 2006, 15:22
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Skandale wie um Ex-EADS-Chef Forgeard sollen verhindert werden

Paris - Nach dem Streit um einen millionenschweren Aktienverkauf von Ex-EADS-Chef Noel Forgeard wollen Frankreichs Parlamentarier schärfere Regeln für Aktienoptionen festlegen. Mit den Stimmen der bürgerlichen Regierungspartei UMP brachte der Sozialausschuss der Nationalversammlung am Dienstagabend in Paris eine entsprechende Vorlage auf den Weg.

Nach dem von Ex-Premierminister Edouard Balladur erarbeiteten Text sollen Spitzenmanager während ihrer Amtszeit entweder gar keine Optionsscheine mehr verkaufen oder zumindest einen bestimmten Teil behalten müssen. Das Vorhaben soll ab kommendem Dienstag im Plenum beraten werden.

Verkauf mit Millionengewinn

Forgeard hatte im Frühjahr ein Aktienpaket mit Millionengewinn verkauft. Kurz darauf wurden neue Lieferverzögerungen beim EADS-Großvorhaben Airbus 380 bekannt, und die EADS-Aktie legte einen spektakulären Kurssturz hin. Der Franzose trat zurück, die Börsenaufsichten in Deutschland und Frankreich nahmen Ermittlungen auf.

Der konservative Finanzminister Thierry Breton hatte Balladurs Vorhaben vergangene Woche reserviert aufgenommen: Er wünsche bei Aktienoptionen nur in Mindestmaß an gesetzlichen Regelungen, sagte Breton, der vor seinem Wechsel in die Politik selbst Manager gewesen war, unter anderem Ex-Chef von France Télécom. (APA/AFP)

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