Tatortarbeit ist beendet

5. Oktober 2006, 12:26
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Notar muss nun klären was mit Haus weiter geschieht - Kampusch will Haus "körperlich besitzen"

Wien - Die Tatortarbeiten der Polizei im Fall Kampusch sind am Donnerstag wie geplant abgeschlossen worden. "Die Hausdurchsuchung ist beendet", erklärte Soko-Sprecher Gerhard Lang am Donnerstag der APA. Der Staatsanwalt habe der Polizei keine neuen Arbeitsaufträge für das Grundstück des Entführer in Strasshof erteilt.

Der Schlüssel für W. Priklopils Haus wurde am Donnerstagnachmittag an das zuständigen Bezirksgericht Gänserndorf übergeben. Dieses müsse nun gemeinsam mit einem Notar des Verlassenschaftsgerichtes abklären, wer als Verfügungsberechtigter gilt, sagte Lang. Auch die von der Polizei beschlagnahmten und nicht mehr benötigten Gegenstände werden an diese Person übergeben.

Kampusch will Haus besitzen

Als Verfügungsberechtigte kommen Priklopils Mutter, Natascha Kampusch oder der Bund in Frage. Der Anwalt des 18-jährigen Entführungsopfer hatte bei einem Fernsehauftritt entsprechende Wünsche Kampuschs angemeldet. Natascha Kampusch möchte gerne verhindern, dass Wolfgang Priklopils Anwesen in "dritte Hände fällt" und einen Einigung mit seiner Mutter - der Erbin - finden, sagte Anwalt Gerhard Ganzger. Die 18-Jährige wolle das Haus nach Möglichkeit "körperlich" besitzen, Frau Priklopil habe aber jederzeit ein Wohnrecht.

Die Ansprüche könnten aber auch beim Bund liegen. Dieser übernimmt für den verstorbene Täter, der nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann, die Zahlungen und somit möglicherweise auch das Erbe. Die Entscheidung soll in den nächsten Tagen getroffen werden.

Befragungen und Spurenauswertungen der Polizei gehen unterdessen weiter. Wenn sich nichts Neues ergibt, könnten die Ermittlungen in den kommenden zwei bis drei Wochen beendet werden, berichtete Lang. Weiterhin habe man neben der Aussage einer damals zwölfjährigen Zeugin keine konkreten Hinweise, die für einen zweiten Täter oder Mitwisser sprechen. (APA)

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