Ben Johnson wittert Verschwörung

5. Oktober 2006, 13:54
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Leichtathletik: Kanadier spricht 18 Jahre nach Dopingskandal in Seoul von "Falle" und will nächstes Jahr Beweise bringen

Montreal - 18 Jahre nach seinem spektakulären Dopingfall bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul will sich der frühere Weltklasse-Sprinter Ben Johnson nach eigenen Angaben durch die Aufdeckung einer Verschwörung rehabilitieren. "Ich wäre niemals positiv getestet worden, wenn man mir nicht eine Falle gestellt hätte", sagte der 44-jährige in einem Interview mit Radio Canada.

"Es war mein Urin, aber was darin gefunden wurde, wurde mir untergeschoben", erklärte der Kanadier, dessen positive Probe drei Tage nach seinem Triumph über die 100 m bekannt geworden war.

Statt über Beweise für seine Behauptungen sprach Johnson in dem Interview lediglich in Rätseln: "Ich weiß, wer es getan hat, ich kenne jetzt die ganze Wahrheit. Die ganze Welt hat darüber spekuliert, und es war ein geheimnisvoller Mann. Noch ist der Moment nicht gekommen, damit an die große Öffentlichkeit zu gehen, aber im kommenden Jahr wird es soweit sein. Es ist nicht schwer zu beweisen. Eines Tages werde ich die Medaille zurückerhalten".

Johnson hatte das 100-m-Finale am 24. September 1988 in der Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden gewonnen. Die Goldmedaille wurde dem gebürtigen Jamaikaner wegen des Fundes anaboler Steroide in seiner Urinprobe jedoch nachträglich aberkannt und seinem US-Rivalen Carl Lewis zugesprochen. Johnson wurde für vier Jahre gesperrt. Nach Ablauf dieser Sperre wurde Johnson weitere zwei Mal positiv getestet.(APA/AFP/SIZ)

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