Islam-Experte Tibi: Deutsche Politiker "naiv" im Gespräch mit Moslems

2. Oktober 2006, 15:34
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"Islam will christliche Vertreter zum Islam bekehren" - Göttinger Professor geht in USA

Hamburg/Wien - Der deutsch-syrische Islam-Experte und Göttinger Professor Bassam Tibi hat im Vorfeld der am Mittwoch beginnenden Islam-Konferenz deutschen Politikern vorgeworfen, "viel zu naiv ins Gespräch mit dem Islam" zu gehen. "Die Funktionäre der Islamgemeinde in Deutschland wollen keine Integration im Sinne von Wertorientierung", sagte er laut "Spiegel Online". Stattdessen wolle der Islam die christlichen Vertreter zum Islam bekehren, ihre Religion erkenne er nicht als vollwertig an.

"Unsere Politiker möchten das aber nicht wahrhaben, denn es verursacht Probleme", sagte der Islam-Experte. Tibi erwartet deshalb auch von der Konferenz am Mittwoch - an der er selbst nicht teilnimmt - keinen großen Wurf. Im Vordergrund stehe die Sicherheitspolitik - nicht die Integrationspolitik. Er forderte die Politiker auf, sich für einen "Euro-Islam" einzusetzen: Eingewanderte Muslime sollen demnach die jeweiligen Rechts- und Verfassungsordnungen ihrer Aufnahmeländer respektieren.

Tibi selbst fühlt sich von Deutschland im Gegenzug allerdings nicht ausreichend respektiert. Vor allem von Seiten der Universität in Göttingen - sie begegne ihm mit "Ausgrenzung und Verachtung", schreibt er auf seiner Homepage. Deshalb beendet er sein "scheinbar verlorenes Leben" an der Universität und konzentriert sich ab 2009 ganz auf die US-Elitehochschule Cornell University. Dort wird er auch seine Biographie verfassen. "A Life of Suffering as an Alien in Germany" ("Ein leidvolles Leben als Fremder in Deutschland") soll der Titel sein. (APA)

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