Stromerzeuger aus China sucht Technologie für grüne Energie

20. Oktober 2006, 14:13
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Die Hui-Ming-Gruppe, größter privater Stromerzeuger Chinas, möchte österreichisches Know-how in Sachen Alternativenergie einkaufen

Die Hui-Ming-Gruppe, größter privater Stromerzeuger Chinas, möchte österreichisches Know-how in Sachen Alternativenergie einkaufen. Der Transfer könnte nach dem Muster eines eben abgeschlossenen Jointventures im Bereich Bildung funktionieren.

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Wien - Chinesische Touristen haben eben erst begonnen, in größerer Zahl Europa zu entdecken. Auf der Suche nach neuen Technologien und Gewinn bringenden Ideen setzen sich nun auch immer mehr Geschäftsleute in Bewegung.

Jüngstes Beispiel ist Ping Ren. Er ist Chef der Hui-Ming-Gruppe, die in den Sparten Energie, Immobilien, Bildung Transport und Bergbau tätig ist. Mit 30 Wasserkraftwerken ist Hui Ming Eigenangaben zufolge der größte private Stromerzeuger Chinas. Noch heuer will Ren in Wien eine Niederlassung gründen - mit dem Ziel, österreichisches Know-how in Sachen Alternativenergie für China zu gewinnen.

Partner gesucht

"Wir suchen Jointventure-Partner", sagte Ren im Gespräch mit dem Standard. Gemeinsam mit dem oder den Know-how-Gebern wolle man neue Technologien zur umweltschonenden Energiegewinnung in China vermarkten. Das Umweltbewusstsein in China werde durch zunehmend strengere Auflagen seitens der Regierung in Peking geschärft. Ren sieht große Chancen und einen noch größeren Bedarf für Strom aus Wind, Biomasse oder Sonne. Zusätzlich will Ren auch den über mehrere Provinzen Chinas verteilten Wasserkraftwerkpark der Hui-Ming-Gruppe weiter ausbauen. Die Jahresproduktion beträgt rund 3200 Mrd. kWh. Den Umsatz aus dem Stromverkauf bezifferte Ren mit 120 Mio. Euro.

Die Hui-Ming-Gruppe wurde 1994 gegründet. Sie beschäftigt indirekt rund 5000 Mitarbeiter. Der Hauptsitz ist in Hangzhou, zwei Autostunden von Schanghai entfernt.

Jointventure mit Bit

Auch in anderen Bereichen will Ren expandieren. Erst kürzlich hat sich die Ming-Hui- Gruppe auf die Gründung eines Gemeinschaftsunterneh-mens mit Österreichs größtem privaten Anbieter von Schulungen verständigt, der Bit- (Best in Training)-Gruppe.

Hui Ming stellt die Kontakte zu den diversen chinesischen Bildungseinrichtungen her, Bit wird seine in Europa und Teilen Asiens erprobten Lernmodule auf chinesische Verhältnisse übertragen.

Ziel sei es, in einem ersten Schritt bis zu den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking möglichst vielen Chinesen Englischkenntnisse beizubringen, sagte Bit-Chef Stephan Sticher. China sei ein immens großer Markt mit mehr als 653.000 Schulen, über 260 Mio. Schülern und gut 55 Mio. Erwachsenen, die sich permanent in Aus- und Weiterbil-dungskursen befänden.

Die Anfänge der Bit-Gruppe reichen in das Jahr 1986 zurück. Damals hat das von Sticher gegründete Unternehmen ausschließlich IT-Schulungen angeboten. Inzwischen hat sich das Angebot deutlich verbreitert. Die Gruppe beschäftigt weltweit 212 fixe und 350 freie Mitarbeiter - davon 165 fixe und 300 freie in Österreich. Heuer wird Bit rund 21 (1995: 20,6) Mio. Euro umsetzen. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.9.2006)

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    Bald schon soll auch in China in größerem Umfang Strom aus Wind, Biomasse und Sonne geerntet werden. Dabei hat gerade auch Technologie aus Österreich gute Chancen.

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