"Fliegen wird auch in Zukunft billig bleiben"

8. Oktober 2006, 19:09
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Martin Gross, bei Emirates für Österreich und Zentraleuropa verantwortlich, sieht die Reiselust steigen

Wien - Teures Kerosin infolge gestiegener Ölpreise und schärfere Sicherheitsauflagen nach den Terroranschlägen auf das New Yorker World Trade Center im September 2001 haben die Reisefreude nur kurzfristig gemindert. Mit weiteren Verteuerungen rechnet man in der Flugbranche eher nicht. "Fliegen wird auch in Zukunft billig bleiben", sagte der für Zentraleuropa und Österreich zuständige Chef der Emirate Airlines, Martin Gross, am Montagabend bei einer Veranstaltung des Club Travel Media.

Dass Fliegen billig bleibt, dafür würden schon die Low-Cost-Carrier sorgen, sagte der für Österreich zuständige Chef von British Airways, Paolo De Renzis. Allein in Europa gebe es derzeit 55 Billigfluglinien.

Gute Chancen für Nischenanbieter

Zwar sei über kurz oder lang auch in diesem Segement mit einer Konsolidierung zu rechnen. Viele Billigflieger schrieben rote Zahlen und könnten den Turnaround allein wohl schwer schaffen. Für Nischenanbieter sieht De Renzis aber gute Möglichkeiten.

Emirates-Chef Gross verwies auf Schätzungen, wonach sich die Zahl der Flugpassagiere bis 2020 von derzeit rund zwei auf etwa vier Milliarden verdoppeln wird. Das Hauptwachstum werde in Asien stattfinden, aber auch in Europa und Amerika sei der Plafond noch nicht erreicht.

Für die Passagiere sei es mitunter schwer, sich in dem Tarifdschungel auszukennen, sagte Wilfried Kropp, Österreich-Geschäftsführer des international tätigen Reservierungssystems Amadeus. "Das ist eine große Chance für Reisebüros, die ihren Kunden aus einer Vielzahl von angebotenen Flügen den Optimalen herausfiltern können."

Der Flughafen Wien sei mit dem im Bau befindlichen Skylink, der im Herbst 2008 eröffnet wird, gut gerüstet für den Passagieransturm, sagte Vorstand Gerhard Schmid. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.9.2006)

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