UNO-Menschenrechtsrat kritisiert Havanna

4. Oktober 2006, 15:41
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Christine Chanet beklagt Gesprächsverweigerung der kubanischen Regierung

Genf - Die Menschenrechtssituation in Kuba hat sich nach Einschätzung von Christine Chanet, der Beauftragten des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte, nicht im geringsten verbessert.

In Kuba seien nach wie vor Menschen zu Unrecht inhaftiert, und dem System fehle jegliche Vielfalt, sei es nun bei den Gewerkschaften, der Presse oder den politischen Parteien, erklärte Chanet am Dienstag vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf. Sie beklagte zudem Gesprächsverweigerung seitens der kubanischen Behörden.

Kubas Botschafter in Genf wies den Bericht zurück. Chanet sei eine "Spezialberichterstatterin Washingtons" und solle sofort zurücktreten, sagte Juan Antonio Fernandez Palacios. Dem Bericht fehle jegliche Glaubwürdigkeit, deshalb werde er am selben Ort landen wie seine Vorgänger - «im Papierkorb».

Chanet macht in ihrem Rapport auch auf die beispiellose Repressionswelle im Frühling 2003 aufmerksam. Rund 80 Oppositionelle seien damals verhaftet worden, 60 davon würden nach wie vor gefangen gehalten. (APA/sda)

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