Felsmassen am Eiger rutschen täglich bis zu 66 Zentimeter

4. Oktober 2006, 14:55
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Größeres Gesteins-Paket bewegte sich seit Juli um 40 Meter - Geologe: Große Abbrüche sind jedoch nicht mehr zu erwarten

Grindelwald - Die Felsmassen an der Ostflanke des Eigers rutschen auch bei kühleren Temperaturen stetig weiter: Das größere der auf ursprünglich zwei Millionen Kubikmeter geschätzten Pakete hat sich seit Juli um 40 Meter nach unten bewegt. Pro Tag rutschte das große Paket seit der jüngsten Messung um rund 66 Zentimeter nach unten, wie der zuständige Geologe Hans Rudolf Keusen am Dienstag zu einem Bericht des Regionaljournals Bern Freiburg Wallis von Radio DRS sagte.

Das zweite, kleinere Paket bewegte sich im gleichen Zeitraum um zehn Meter nach unten, was 16 Zentimeter pro Tag entspricht. Mit größeren Felsabbrüchen wie im Sommer rechnet Keusen nicht mehr. Er erwartet, dass sich die Felspakete auch im Winter mit stetiger Geschwindigkeit nach unten bewegen.

Angetrieben würden sie von der Schwerkraft, die Abkühlung spiele offenbar keine Rolle. Schließlich dürften die Felspakete laut Keusen "mehr oder weniger vollständig" unter dem Unteren Grindelwaldgletscher verschwinden. Von der Situation gehe weiterhin keine unmittelbare Bedrohung aus. (APA/sda)

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    Langsam aber sicher rutschen die großen Felspakete am Eiger unter den Gletscher.

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