Positive Bilanz der Textilindustrie

11. Oktober 2006, 15:22
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Die österreichische Textilbilanz im ersten Halbjahr 2006 fällt positiv aus. Das Exportvolumen beläuft sich per 30. Juni 2006 auf 1,13 Milliarden Euro

Bregenz - Die österreichische Textilbilanz im ersten Halbjahr 2006 fällt positiv aus. Das Exportvolumen belaufe sich per 30. Juni 2006 auf 1,13 Mrd. Euro, teilte Peter Pfneisl, Präsident des Fachverbandes am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Rahmen der 56. Jahrestagung der Textilindustrie in Bregenz mit. Technische Textilien legten beim Export um 14 Prozent zu, in Flugzeug- und Autoindustrie, Architektur oder Sicherheit eingesetzte Stoffe haben mittlerweile einen Produktions- und Exportanteil von rund 50 Prozent. Ein Exportplus verzeichnen auch Maschen- und Meterware (plus 10 Prozent) sowie Strumpfwaren (plus 12 Prozent) und Heimtextilien (plus 8 Prozent).

Im Zentrum der diesjährigen Jahrestagung der österreichischen Textilindustrie in Bregenz stehen die Nutzung der EU-Technologieplattform, die die Textilindustrie in den nächsten fünf Jahren mit zehn Mrd. Euro unterstützen wird. Nur mit der Expansion in neue Anwendungsbereiche könne man auf dem Markt noch bestehen, erklärte Pfneisl.

Wenig Profit von EU-Förderungen

Die Textilindustrie habe bisher von den EU-Förderungen zu wenig profitieren können, das solle sich jetzt ändern. Mit der Technologieplattform sollen Innovationen und neue Entwicklungen gefördert werden, sie werde "wesentliche Impulse bringen", war Pfneisl überzeugt. Strahlenschutztextilien, Textilien mit integrierten Kosmetika, Membrantechnologie, Leuchttextilien oder Nanotechnologie sind nur einige der Entwicklungen, die Stoffen auch neue Nutzungsbereiche erschließen sollen. Mit klassischen Textilien sei kein Staat mehr zu machen, so Pfneisl.

Markenfälschungen etwa aus China und der Türkei seien noch immer ein akutes Problem. Mit den zwei größten chinesischen Fachverbänden habe der österreichische Textilverband nun ein Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums getroffen, berichtete Pfneisl. Der Fachverbandspräsident kritisierte, dass die EU die weltweit niedrigsten Textil-Einfuhrzölle habe, während die EU-Textilindustrie etwa in Indien mit Abgaben von 70 Prozent konfrontiert sei. Pfneisl forderte eine Senkung dieser Zölle auf maximal 15 Prozent, um wichtige Drittmärkte zu öffnen. Massive Wettbewerbsnachteile beschere der Textilindustrie auch die EU-Chemikalienrichtlinie REACh. Sie bedeute eine Verteuerung für EU-Produkte, während Importtextilien davon nicht betroffen seien. Das sei Eigen-Diskriminierung, so Pfneisl. (APA)

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