Taus bleibt Bawag treu

10. Oktober 2006, 13:40
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Treffen mit Elsner war "kein Geheimtreffen", sondern reiner Privatbesuch

Wien - Josef Taus, ehemaliger ÖVP-Chef und heute Unternehmer, denkt nicht daran, seine Geschäftsbeziehungen mit der Bawag abzubrechen. "Die Bank und alle drei Generaldirektoren waren loyal zu mir. Und ich bin auch loyal", sagte Taus. Er bekräftigte erneut, dass er beim Verkauf der bulgarischen Mobiltel seinerzeit nur als Treuhänder agiert habe, und dass er dem Ex-Bawag -General Helmut Elsner kurz vor dessen Verhaftung in Südfrankreich keinen Umschlag übergeben habe.

Zum Verdacht der ÖVP-"Parteienfinanzierung" durch den Mobiltel-Verkauf sagte Taus: "Das ist so ein Schwachsinn, so weit reicht meine Fantasie gar nicht."

SPÖ-Klubobmann Josef Cap hatte am Montag den Verdacht in den Raum gestellt, dass die ÖVP vom Mobiltel-Verkauf profitiert habe. Taus dazu: "Ich sehe ja ein, dass man Wahlen gewinnen will. Aber wer so etwas sagt, der soll sich wenigstens ein bisschen genieren". Der Mobiltel-Verkauf sei ein Deal des Geschäftsmanns Martin Schlaff gewesen, bekräftigte Taus am Dienstag. Die Anteile, die er und die Bawag gehalten haben, seien lediglich Treuhänder-Anteile gewesen. "Das macht man international so", sagte Taus. Wer an der Wiener Mobiltel-Holding sonst noch beteiligt war, konnte Taus nicht sagen. Er selbst als Treuhänder habe "nicht einmal davon gewusst, dass auch die Bawag dabei war".

Stadtplan

Erneut bekräftige Taus auch, dass es sich bei seinem Treffen mit Helmut Elsner in Südfrankreich um einen Privatbesuch gehandelt habe und er ihm nicht - wie in mehreren Medien kolportiert - einen Umschlag übergeben habe. "Das war kein Umschlag, das war ein Stadtplan". Er habe das Haus von Elsner nicht gleich auf Anhieb gefunden und habe deshalb mit einem Stadtplan hantiert. Von einem "Geheimtreffen" mit Elsner könne ebenfalls keine Rede sein. "Mein ganzes Sekretariat hat davon gewusst", sagte Taus. Außerdem habe sein Begleiter sogar den Pressefotografen gesehen und ihn, Taus, darauf aufmerksam gemacht: "Aber das war mir egal", sagte der Unternehmer. "Wenn ich ihm geheim etwas bringen wollte, dann gehe ich doch nicht selbst in die Nähe. Das macht doch jemand Dritter", so Taus. (APA)

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