UEFA fordert lebenslange Sperren

16. Oktober 2006, 12:47
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Europa-Verband vermutet, dass überall illegale Handgelder gezahlt werden

London - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) fordert lebenslange Sperren für die Sünder im englischen Bestechungsskandal. "Wer sich unsportlich verhalten hat, sollte von unserem Sport ausgeschlossen werden. Der hat im Fußball nichts verloren - für immer", sagte UEFA-Pressesprecher William Gaillard am Montag in einem Radio-Interview mit der BBC.

Beim europäischen Fußball-Verband geht man davon aus, dass europaweit illegale Handgelder bei Spieler-Transfers gezahlt werden. "Bei der UEFA vermuten wir, dass Schmiergelder nicht nur in England, sondern überall gezahlt werden", erklärte Gaillard.

Die UEFA appellierte an die Politik, härtere Gesetze zu erlassen, um mehr Transparenz bei den Vereinen zu erreichen. "Bei den jetzigen Gesetzen in der EU fehlt uns die Handhabe, sicherzustellen, dass Transfers sauber ablaufen und dass Besitzverhältnisse von Klubs und Spielern durchschaubar sind", kritisierte Gaillard. "Deshalb fordern wir eine deutlich größere finanzielle Transparenz." Auch Fulhams Coach Chris Coleman sprach sich in dem Zusammenhang für harte Strafen aus: "Eine zweijährige Sperre wäre nichts weiter als ein Verweis. Wiederholungstäter sollten für immer aus dem Verkehr gezogen werden."

Vertreter der englischen Fußball-Verbandes (FA) wollten sich am Montag mit Verantwortlichen des Fernsehsenders BBC treffen, der den Bestechungsskandal aufgedeckt hatte. Sie wollten über die Herausgabe von Beweisen und des teilweise noch ungesendeten Materials beraten. "Wir sind enttäuscht, dass wir bisher noch nicht voll zusammenarbeiten", sagte ein FA-Sprecher vor der Zusammenkunft.

Die BBC hatte in ihrer TV-Dokumentation schwere Vorwürfe gegen Sam Allardyce, den Coach der Bolton Wanderers, erhoben. Auch Meister Chelsea und Cupsieger Liverpool sollen gegen Transferbestimmungen verstoßen haben. Medienberichten vom Wochenende zufolge soll auch Manchester United in den Skandal verwickelt sein. Der von der FA beauftragte unabhängige Ermittler, der frühere Scotland-Yard-Chef Lord Stevens, vermutet demnach, dass in der Premier League bei 80 Transfers seit Jänner 2004 Schmiergelder geflossen sind. Der Bericht soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden.(APA/dpa)

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