Linzer Kindergartenkinder lernen am Windows-PC Lesen

16. Oktober 2006, 11:12
1 Posting

Software "Schlaumäuse" soll Sprachentwicklung fördern

Kindergartenkinder sollen künftig am PC Lesen lernen. Die österreichweit geplante Bildungsoffensive, die in Kooperation von Microsoft Österreich, der Linzer Johannes Kepler Universität und der Stadt Linz auf die Beine gestellt wurde, trägt den Titel "Schlaumäuse - Kinder entdecken Sprache". Microsoft-Geschäftsführer Herbert Schweiger stellte das Projekt am Dienstag in einer Pressekonferenz gemeinsam mit seinen Partnern vor.

Spielerisch

Mit der Software "Schlaumäuse.1" lernen die Drei- bis Sechsjährigen spielerisch Lesen. Mit einer so genannten Flüstertüte können sie Buchstaben oder Silben, die sie anklicken, hören. Es habe sich gezeigt, dass die ABC-Schützen keineswegs den ganzen Tag vor dem Computer sitzen. Sie werken meist in kleinen Gruppen und lernen gemeinsam, schilderte die Kinderpädagogin Elisabeth Pils erste Erfahrungen. Besonders wertvoll sei die Software als Sprachförderung, beispielsweise bei Kindern "mit Migrationshintergrund", hieß es in der Pressekonferenz.

Schule

Bevor die Linzer Kinder aber wirklich mit dem neuen Medium lernen können, müssen "Tanten" die Schulbank drücken: Am Schlaumäuse-Kompetenzzentrum der Linzer Johannes Kepler Universität werden derzeit die ersten fünf Trainer ausgebildet. Sie sollen dann die Kindergartenpädagogen im Umgang mit der Software schulen.

Die Stadt Linz will das Projekt ausweiten: Man peile in den kommenden eineinhalb Jahren 40 Schlaumäuse-Pädagogen an, erklärte der Direktor des städtischen Kinder- und Jugendservice, Josef Kobler. Die Hälfte aller Kindergärten verfügen über PCs, diese wolle man auch dafür nutzen. Die zuständige Stadträtin Ingrid Holzhammer (S) wünscht sich als nächsten Schritt bereits "kindgerechte Software in Englisch".

Entwickelt auf der TU-Berlin

Das Konzept der "Schlaumäuse" wurde von zwei Sprachwissenschaftlerinnen an der Technischen Universität Berlin entwickelt. In Deutschland erforschen bereits 30.000 Buben und Mädchen in rund 1.000 Kindergärten mit der Software die deutsche Sprache. Die jungen User lernen durch Versuch und Irrtum und können ihr Tempo selbst bestimmen. Ein Betreuer-Tool ermöglicht es den Pädagogen, die Fortschritte ihrer Schützlinge genau zu beobachten.(APA)

Share if you care.