Stadt Innsbruck beruft gegen Ensembleschutz für Maria Theresienstraße

3. Oktober 2006, 15:30
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Architektenteam aus Wien stellt Siegerprojekt für "Kaufhaus Tyrol" - Berufungen gegen Entscheid des Bundesdenkmalamtes angekündigt

Innsbruck - Gegen die Entscheidung des Bundesdenkmalamtes, die ganze Maria Theresienstraße unter "Ensembleschutz" zu stellen, wird auch die Stadt Innsbruck berufen. Dies hat Vizebürgermeister Christoph Platzgummer (Für Innsbruck) am Dienstag bei der Präsentation des von einer Jury gekürten Siegerprojektes für den Um- bzw. Neubau des "Kaufhaus Tyrol" in der Innsbrucker Innenstadt angekündigt. Gleichzeitig soll jedoch noch bis Ende des Jahres eine einvernehmliche Lösung gefunden werden.

Wettbewerbsprojekte

Von 22 eingereichten Wettbewerbsprojekten waren fünf für die Endrunde ausgewählt worden. Am Montag wurde mit acht von neun Stimmen das Siegerprojekt des Architektenteams BEHF aus Wien zum Sieger gekürt. Dabei wurden von der Jury auch weitere Empfehlungen für den weiteren Prozess mitgegeben, sagte Platzgummer. Das Siegerprojekt soll nun gemeinsam mit dem Denkmalschutz weiter entwickelt werden. Schon in den nächsten Tagen werde es die ersten Sitzungen dazu geben, kündigte der Vizebürgermeister an.

"Städtebauliche und architektonische Qualitäten"

Das Siegerprojekt habe hohe städtebauliche und architektonische Qualitäten, sagte der stellvertretende Vorsitzender der Wettbewerbsjury, Quintus Miller. Empfehlungen der Jury zur Weiterentwicklung habe es unter anderem hinsichtlich der weiteren "Abstimmung der Materialität" auf die Umgebung und der großen Öffnungen an der Fassade gegeben.

Zwei Häuser sollen für das neue "Kaufhaus Tyrol" abgebrochen und neu gebaut werden, das Haus Nummer 29 soll erhalten bleiben, sagte Kaufhaus-Investor Rene Benko. "Auch wir werden den Ensembleschutz mit Rechtsmitteln bekämpfen", kündigte Benko an. Der Großteil der Eigentümer werde berufen. Trotzdem werde man gemeinsam nach einer verträglichen Lösung suchen. Mit jenen Abrissarbeiten, die nicht in der Maria Theresienstraße stattfinden, werde man noch im Oktober beginnen. "Ende 2008 soll die Bevölkerung in einem neuen Shoppingcenter einkaufen gehen können", sagte Benko.

Gemeinsame Lösung gesucht

"Ich glaube, es sollte bei entsprechendem Willen möglich sein, eine gemeinsame Lösung zu finden", sagte Werner Jud, stellvertretender Landeskonservator. Man sollte versuchen eine Lösung zu finden, die mit weniger Auswechseln der Substanz auskomme. Er habe genügend Reaktionen von Eigentümer der Gebäude auf der Maria Theresienstraße erhalten, die die Entscheidung des Bundesdenkmalamt begrüßen und nicht berufen werden, sagte Jud. (APA)

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