Nestroy 2006: Kusej-Inszenierung "Höllenangst" vierfach nominiert

3. Oktober 2006, 15:39
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Gala am 25. November im Theater in der Josefstadt - Lebenswerk-Nestroy an Walter Schmidinger, Autorenpreis an Gert Jonke

Wien - "Der heurige siebente Nestroy ist wieder einmal ein besonderer", meinte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) im Theater in der Josefstadt, wo die Nominierungen und erste Preisträger präsentiert wurden und die Nestroy-Gala 2006 am 25. 11. über die Bühne gehen wird. Nominiert in vier Kategorien ist Nestroys "Höllenangst" in der Regie von Martin Kusej. Der Schauspieler Walter Schmidinger (73) erhält den Lebenswerk-Nestroy und Gert Jonke den Autorenpreis für "Die versunkene Kathedrale" im Akademietheater.

"Beste Off-Produktion"

Die "Beste Off-Produktion" ("How much, Schatzi?" von H.C. Artmann) stammt vom Projekttheater Vorarlberg, das laut Jury-Vositzender Karin Kathrein "um seine Existenz kämpft", Für "seine Leistungen als Intendant des Klagenfurter Stadttheaters" wird Dietmar Pflegerl mit dem "Spezialpreis" ausgezeichnet. Kathrein: "Er zeigte unglaubliches Engagement und gestaltete einen kulturpolitisch sehr wichtigen Spielplan."

"Ganz spezielle österreichische Künstler"

War im letzten Jahr Volkstheater-Direktor Michael Schottenberg noch davon überzeugt, dass der Nestroy ins Volkstheater gehöre, so sagte heute Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger mit der gleichen Überzeugungskraft: "Ich finde es richtig und wichtig, dass der Nestroy hier stattfindet. Denn in diesem Haus überzeugte Johann Nestroy 1829 das Wiener Publikum zum ersten Mal". Auch wenn das Gebäude eher klein sei, werde man die Aufgabe lösen, das Publikum unterbringen, vielleicht sogar unter Einbezug der Sträußelsäle.

Zu den Nominierungen sagte Jury-Vositzende Karin Kathrein: "Es sind heuer ganz spezielle österreichische Künstler mit ganz speziellen österreichischen Facetten". So meinte sie etwa zu Preisträger Walter Schmidinger: "Er entwickelt aus einer psychischen Gefährdung eine hohe schauspielerische Kreativität." Der gebürtige Linzer hat als Charakterdarsteller und Erzkomödiant im Laufe seiner Karriere nahezu alle große Rollen an den wichtigsten deutschsprachigen Bühnen verkörpert. Gert Jonke, der in der Kategorie "Bestes Stück - Autorenpreis" geehrt wird, bezeichnete Kathrein als "typischen Vertreter des österreichischen Theaters mit Wurzeln im Wiener Volkstheater".

"Beste Regie"

Eines der folgenden Stücke wird die "Beste deutschsprachige Aufführung" werden: "dunkel lockende welt" von Händl Klaus in der Inszenierung von Sebastian Nübling an den Münchner Kammerspielen, Henrik Ibsens "Hedda Gabler" in der Regie von Thomas Ostermeier an der Schaubühne am Lehniner Platz, oder Nestroys "Höllenangst", inszeniert von Martin Kusej für die Salzburger Festspiele und das Burgtheater. "Höllenangst" ist zudem nominiert in den Kategorien "Beste Ausstattung" (Martin Zehetgruber tritt gegen Katrin Brack und Lena Kvadrat an), "Bester Schauspieler" (Nicholas Ofczarek), und "Beste Nebenrolle" (Caroline Peters hat mit Gertrud Roll und Dietmar König starke Konkurrenz).

Die Auszeichnung für die "Beste Regie" erhält entweder Karin Beier für Maxim Gorkis "Kleinbürger" am Akademietheater, "David Bösch für Shakespeares "Viel Lärm um nichts" bei den Salzburger Festspielen, oder Christiane Pohle für Gert Jonkes "Die versunkene Kathedrale" im Akademietheater. Als "Beste Schauspielerin" sind Edith Clever in Jon Fosses "Schlaf" im Akademietheater nominiert, sowie Judith Hofmann in "Viel Lärm um nichts", und Christiane von Poelnitz in "Kleinbürger".

"Bester Schauspieler"

"Bester Schauspieler" wird entweder wieder Nicholas Ofczarek, oder ebenfalls wieder Michael Maertens für den Mortimer in "Arsen und Spitzenhäubchen" im Akademietheater, oder Joachim Meyerhoff für seine Gesamtleistung der Saison 05/06 am Burgtheater. Maertens und Ofczarek waren im Doppelpack zu den besten Schauspielern des Vorjahres gekürt worden. "Bester Nachwuchs" wird entweder Regisseur Nuran David Calis ("Die Räuber" am Volkstheater), Florian Carove ("Bunbury" in der Josefstadt) oder Silvia Meisterle ("Miranda im Spiegelland" im Theater der Jugend).

TV-Übertragung

Der ORF überträgt am Samstag, 25. November, "live zeitversetzt" um 22.45 in ORF2. Die Gala wird von Michael Maertens und Nicholas Ofczarek moderiert, Alfred Dorfer schreibt das Buch dazu. (APA)

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    Alexandra Henkel, Caroline Peters, Paul Wolff-Plottegg, Denis Petkovic in "Höllenangst" bei den Salzburger Festspielen.

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