Exklusivvertrag der ÖBB mit Mobilkom - Mitbewerber empört

6. Oktober 2006, 11:15
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T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl bezeichnete die Vorgangsweise der Bahn als "beispiellose Frechheit"

Handytelefonieren zwischen Wien und Salzburg bleibt auch weiterhin eine mühsame Angelegenheit - zumindest für jene ÖBB-Bahnkunden, die nicht Kunden der Mobilkom Austria oder "3" (Hutchison) sind. Dass T-Mobile Austria-, One-, und tele.ring-User sowie die Nutzer von Subanbietern dieser drei Netzbetreiber wie Yesss! oder Tele2UTA weiter "rauschend" zwischen den beiden Großstädten unterwegs sind, liegt an einem Exklusivabkommen der Staatsbahn mit der teilstaatlichen Telekom Austria, Mutter der Mobilkom Austria. "3" nutzt für herkömmliche GSM-Sprachtelefonie ebenfalls das Mobilkom-Netz.

"Handy im Zug"

Ursprünglich sollte der Mobilkom-Netzausbau schon diese Woche bekannt gegeben werden, nun soll sich das Projekt "Handy im Zug" in den Oktober hinein verzögern, schreibt die neue Tageszeitung "Österreich" in der Dienstag-Ausgabe.

"Es geht uns darum, dass Geschäftsreisende im Zug durchgehend arbeiten können"

Dass nur die Hälfte der rund 8 Millionen Handykunden störungsfrei unterwegs sein wird, verteidigen die ÖBB. "Es geht uns darum, dass Geschäftsreisende im Zug durchgehend arbeiten können - also auch telefonieren und im Internet surfen. Und die Mobilkom ist nun mal der Marktführer im Business-Segment", wird Bahnsprecher Jörg Wollmann in "Österreich" zitiert.

"Wir haben immerhin 1,9 Millionen Kunden, unter denen sicher sehr viele Bahnreisende sind"

T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl bezeichnete die Vorgangsweise der Bahn als "beispiellose Frechheit" und "Packelei zwischen Staatskonzernen". Er könne sich "die Finger wund schreiben" und werde von ÖBB-Boss Martin Huber stets nur hingehalten, so Pölzl zur Zeitung. Mitbewerber One hofft, dass sich die ÖBB über kurz oder lang gesprächsbereit zeigen werden. "Wir haben immerhin 1,9 Millionen Kunden, unter denen sicher sehr viele Bahnreisende sind", so One-Sprecherin Petra Jakob.(APA)

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