13. Oktober 2006, 12:42
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24 Tage nach dem Start seiner Tageszeitung "Österreich" zieht Wolfgang Fellner eine erste Zwischenbilanz. Fellner eröffnete Montagabend die Herbstsaison im Zigarrenklub und nutzte die Gelegenheit für eine Lobesrede auf seine Zeitung und eine Attacke auf die Konkurrenz. "Wir sind am Anfang von unserem Erfolg regelrecht überrollt worden", schwärmte Fellner.

78.000 Abos, davon 15.000 "echte Gratisabos"

Man habe vom ersten Tag an täglich mehr als 100.000 Exemplare von "Österreich" verkauft, 78.000 Abonnenten will Fellner ebenfalls lukriert haben. Auf Kritik, wonach Abonnenten die Zeitung noch immer nicht geliefert bekommen, ging Fellner nicht näher ein. Auf Nachfrage räumte Fellner ein, dass unter den 78.000 15.000 "echte Gratisabos" seien. Abgerechnet würden die übrigen Abos erst nach einem Monat.

Die Auflage wolle man jedenfalls trotz der Kapazitätsprobleme in der Startphase weiter nach oben schrauben, im Zigarrenklub anwesende Branchenkenner zweifelten an bisherigen Angaben. Am kommenden Sonntag will man demnach mit einer Auflage von 900.000 Stück auf den Markt. Laut Fellner will das Blatt dafür auch Druckkapazitäten jener Maschine nutzen, auf der DER STANDARD bei Goldmann in Tulln produziert wird.

Der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) will sich Fellner nach eigenen Angaben so bald wie möglich stellen und hofft, dass seine Daten bereits im kommenden Quartal ausgewiesen werden. Der Antrag zur Aufnahme in die ÖAK sei bereits gestellt.

"Heillos überfordert"

Während Fellner einräumte, dass man bei der Hauszustellung in den ersten Tagen nach dem Start "heillos überfordert" gewesen sei, laufe nun in Wien, Ober- und Niederösterreich alles nach Programm. Der eine oder anwesende Abonnent bezweifelte diese Angaben aus eigener Erfahrung (wie der Mitautor, der allerdings Dienstag nach mehrwöchiger Pause doch wieder ein Exemplar vor der Wohnungstür hatte). Verbesserungsbedarf räumte Fellner bei den Sonntagsrouten und der Platzierung der Plastik-Entnahmetaschen ein: "Wir dürfen künftig nicht nur an Kreuzungen, sondern müssen auch an allen Gemeindebauten hängen." Er wunderte sich, wieviele Zeitungen man in solche Wohnanlagen "hineinfüttern" könne. (APA, fid)

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